Stand: 03.03.2016 19:54 Uhr

Auslandseinsatz: Landtag verabschiedet Soldaten

Mit einem Festakt hat der Niedersächsische Landtag am Donnerstag in Hannover die vor einem Auslandseinsatz stehenden Kontingente der deutschen Streitkräfte verabschiedet. Seit dem 1. März ist die zum Teil in Niedersachsen stationierte 1. Panzerdivision die sogenannte Leitdivision für die deutschen Truppen in Afghanistan, Irak, Kosovo und Mali. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nannte die Einsätze der Bundeswehr "leider unverzichtbar". Die Bundeswehr, so Weil, trage dazu bei, die Krisenländer sicherer zu machen - damit bekämpfe sie auch die Ursachen von Flucht und Vertreibung. Der niedersächsische Regierungschef stellte sich klar hinter den Militäreinsatz gegen den "Islamischen Staat". "Mir fällt keine diplomatische Strategie ein", sagte Weil.

Busemann: "Keine bewaffneten Spaziergänge"

Landtagspräsident Bernd Busemann warnte davor die deutschen Auslandeinsätze "als bewaffnete Spaziergänge abzutun". Er warb beim Festakt für eine europäische Armee - Frieden, Freiheit und Wohlstand in Europa ließen sich nur gemeinsam verteidigen. Busemann hatte die Veranstaltung zuvor als einen "Akt von hoher symbolischer Bedeutung". Sie drücke zudem die Wertschätzung für die Arbeit der 1. Panzerdivision aus, die mittlerweile von Hannover nach Oldenburg umgezogen ist.

Vier Monate Auslandseinsatz

Erste Truppen-Kontingente sind bereits verlegt worden. Die Soldaten bleiben in der Regel vier Monate vor Ort und nehmen an internationalen Missionen zur Stabilisierung der Sicherheitslage sowie an Ausbildungsmissionen teil. Am Festakt, dem siebten dieser Art in Niedersachsen, hat erstmals auch eine niederländische Militär-Abordnung der 43. Mechanisierten Brigade aus Havelte teilnehmen. Sie soll nach einem im Februar unterzeichneten Abkommen in die 1. Panzerdivision integriert werden. Deutsche und Niederländer werden auch bei der seit 2013 laufenden Minusma-Friedenssicherungsmission in Mali zusammenarbeiten.

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