Stand: 27.01.2016 16:39 Uhr

Airbags und Elektrik - neue Probleme bei VW

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Der Caddy der Konzerntochter VWN wird in Polen gebaut.

Diese Woche noch will Volkswagen im Abgasskandal mit seiner Rückrufaktion beginnen - um knapp 2,5 Millionen Fahrzeuge geht es allein in Deutschland. Doch damit nicht genug. Nun meldet die Konzerntochter VW Nutzfahrzeuge (VWN) mit Sitz in Hannover ebenfalls Probleme bei einem ihrer Modelle. Demnach müssen europaweit 67.000 Caddys in die Werkstätten. Grund: Beim Aufschließen kann der Motor gestartet werden - was manuell geschaltete Caddys mit eingelegtem Gang in Bewegung setzen könnte. Deutschlandweit seien 20.800 Wagen von dem Rückruf betroffen, sagte ein VWN-Sprecher am Mittwoch und bestätigte damit Angaben der "Stuttgarter Nachrichten". Es gehe um den Bauzeitraum Mai 2012 bis Januar 2013.

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Bislang keine Verletzten

Obwohl sich einzelne Autos in Bewegung gesetzt hätten, habe es bislang keine Verletzten gegeben, sagte ein Unternehmenssprecher. Zur Sicherheit sei es zu empfehlen, betroffene Schaltwagen ohne eingelegten Gang und mit angezogener Handbremse abzustellen. Der Caddy wird ausschließlich in Polen gebaut. Beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ist der Caddy-Rückruf bereits seit Mitte Dezember mit entsprechenden Hinweisen für den Halter zu finden.

Airbag-Rückruf betrifft Passat

Auch fehlerhafte Airbags machen Volkswagen derzeit Probleme - anders als zunächst vermeldet sei aber nicht der japanische Hersteller Takata verantwortlich, wie VW mitteilte. Bei den defekten Airbags von Takata sorgen Verarbeitungsmängel dafür, dass sie bei einem Unfall explodieren können. Beim Passat ist das Problem ein anderes, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erklärt: "Durch Metallspäne verunreinigtes Airbagsteuergerät kann unkontrollierte Airbagauslösungen hervorrufen", erklärt das Amt. Nach Angaben von VW ist die Zahl der betroffenen Fahrzeuge bislang überschaubar: Weltweit 90 VW Passat mit dem Baujahr 2014 müssten in die Werkstatt. "Der Rückruf läuft bereits seit Dezember, 50 Autos haben wir schon umgerüstet", teilte ein VW-Sprecher mit. Vonseiten des KBA heißt es allerdings, dass der Vorgang noch sehr jung sei, die Ermittlung von Halterdaten laufe noch. Die Dimension des Rückrufs stehe daher noch nicht fest.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.01.2016 | 11:00 Uhr