Stand: 26.03.2016 17:25 Uhr

Land schafft mehr Plätze in Abschiebungshaft

Die Zahl der Menschen, die aus Niedersachsen abgeschoben werden, steigt. 2015 waren es noch 1.100, in diesem Jahr könnten es bereits 1.500 werden - zumindest, wenn man die Zahlen der ersten drei Monate zugrunde legt. Die Landesregierung bereitet sich darauf vor, dass auch in der Abschiebungshaft mehr Plätze benötigt werden. Dorthin kommen diejenigen, die sich illegal in Niedersachsen aufhalten und nicht bereit sind, freiwillig auszureisen. Eine zentrale Einrichtung gibt es in der Region Hannover in der Nähe des Flughafens Langenhagen. 30 Menschen können dort zurzeit in Abschiebungshaft genommen werden, meist sind es weit weniger. Noch in diesem Jahr soll die Zahl der Plätze aber auf 116 erhöht werden.

Ein Gesprächszimmer in der JVA Hannover

Einblick: Abschiebehaft in Langenhagen

Hallo Niedersachsen -

Von hier in die Heimat und wahrscheinlich nie mehr zurück: In der Abschiebehaft in Langenhagen gibt es derzeit 30 Plätze für sogenannte Abschiebungsgefangene - direkt am Flughafen.

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Wie ein Gefängnis - nur anders

Doch was bedeutet Abschiebungshaft? "So human wie möglich und so sicher wie möglich" solle sie gestaltet werden, erklärt Anstaltsleiter Matthias Bormann. Er vergleicht die Abschiebungshaft mit dem Aufenthalt in einer Jugendherberge. Die Menschen, die in der Einrichtung untergebracht sind, heißen jedoch nicht ohne Grund "Abschiebungsgefangene". Sie schlafen in Zellen mit vergitterten Fenstern, sogenannten Hafträumen. Die Hafträume werden aber nicht abgeschlossen. Sie können mehrere Stunden täglich im Freien verbringen, dürfen Handys und das Internet nutzen und Besuch empfangen - unter Aufsicht. Das Gelände verlassen aber dürfen sie nicht. Im Durchschnitt bleibt ein Abschiebungsgefangener drei Wochen, dann wird er abgeholt, zum Flughafen gebracht und verlässt Deutschland - wahrscheinlich für immer.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 26.03.2016 | 19:30 Uhr