Stand: 06.12.2016 16:01 Uhr

Weiter vermehrt Schilddrüsenkrebs in Asse

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Atomkraft-Gegner vermuten, dass das marode Lager Asse der Grund für die hohe Krebsrate ist. (Archivbild)

In der Samtgemeinde Asse im Landkreis Wolfenbüttel erkranken weiterhin überdurchschnittlich viele Menschen an Schilddrüsenkrebs. In den Jahren 2010 bis 2014 waren es neun Anwohner statt der statistisch erwarteten 3,8, wie das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen (EKN) berichtet. Die Zahl der Leukämie-Fälle habe mit fünf unter den statistisch erwarteten 8,5 Erkrankungen gelegen. Im Zeitraum von 2002 bis 2009 gab es in der Samtgemeinde Asse laut Krebsregister zwölf Schilddrüsen- und 18 Blutkrebsfälle.

Vier von neun Fällen in der Gemeinde Denkte

Die Schilddrüsen-Karzinome trafen laut EKN zu gleichen Teilen Menschen der Altersgruppen von 40 bis 54 Jahren, von 55 bis 69 Jahren sowie der über 70-Jährigen. Auch zwischen den Geschlechtern lasse sich kein großer Unterschied erkennen. Allerdings deutet sich eine örtliche Konzentration an: Den Daten zufolge leben vier von neun Erkrankten in der Gemeinde Denkte.

Downloads

Der Bericht des Krebsregisters Niedersachsen

Hier finden Sie den Bericht des Epidemiologische Krebsregisters Niedersachsen zur Krebshäufigkeit in der Samtgemeinde Asse zum Herunterladen. Download (419 KB)

Zu wenig Daten, um Ursachen zu erkennen

Eine Erklärung für die aktuellen Ergebnisse hat die Meldestelle des EKN nicht. Die routinemäßig abgefragten Daten des Krebsregisters genügten nicht, um Zusammenhänge und Risikofaktoren zu erkennen. Atomkraft-Gegner machen die radioaktiven Abfälle in dem maroden Salzbergwerk Asse für das erhöhte Krebsrisiko verantwortlich. Ein Zusammenhang ist jedoch bislang nicht eindeutig belegt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 06.12.2016 | 14:30 Uhr

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