Stand: 09.11.2017 19:30 Uhr

Wasserstoff soll Diesel von der Schiene drängen

In Niedersachsen sollen demnächst die weltweit ersten mit Wasserstoff angetriebenen Züge eingesetzt werden. Am Rande der Verkehrsministerkonferenz in Wolfsburg unterschrieb der in Salzgitter beheimatete Zughersteller Alstom entsprechende Verträge über die Lieferung mit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und dem Technologiekonzern Linde. Geplant ist, dass die insgesamt 14 Brennstoffzellen-Züge ab 2021 im Nahverkehr zwischen den Städten Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude die Dieseltriebwagen der Elbe-Weser-Verkehrsbetriebe (evb) ersetzen.

Land und Bund fördern den Wasserstoff-Zug

"Ab jetzt gibt es im nicht elektrifizierten Schienenverkehr eine echte Alternative zum Dieselbetrieb", sagte der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) bei der Präsentation der neuen Technik in Wolfsburg. Sein Ministerium in Hannover fördert die Anschaffung der Brennstoffzellen-Züge mit rund 81 Millionen Euro, zusätzlich sollen etwas mehr als acht Millionen Euro vom Bund kommen. Der Zughersteller Alstom produziert den "Coradia iLint" in seinem Werk in Salzgitter und verspricht einen komplett schadstofffreien Betrieb. Die Versorgung der Züge mit Wasserstoff wird durch eine Tankstelle des Technologiekonzerns Linde sichergestellt, die Instandhaltung erfolgt in der evb-eigenen Werkstatt in Bremervörde, die für diese Zwecke erweitert wird.

Probebetrieb ab Frühjahr 2018

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Die Züge können mit einer Wasserstoff-Tankfüllung bis zu 1.000 Kilometer zurücklegen.

Zwei Prototypen des Brennstoffzellen-Zugs sollen bereits im kommenden Jahr den Pilotbetrieb auf der Strecke zwischen Cuxhaven und Buxtehude aufnehmen. Die dafür erforderliche Erlaubnis wird für kommendes Frühjahr erwartet. Der "Coradia iLint" hat einen Elektromotor, der durch Energie aus einer Wasserstoff-Brennstoffzelle gespeist wird. Grundprinzip ist die Verbrennung von Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser. Dabei geben die Züge als "Abgas" nur Wasserdampf ab und sind somit emissionsfrei. Nach Angaben einer Alstom-Sprecherin können sie rund 1.000 Kilometer mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 140 Stundenkilometern fahren, bevor die Wasserstoff-Tanks neu befüllt werden müssen. Hauptnachteil ist, dass die Technik bisher recht teuer ist und reiner Wasserstoff nur durch den Einsatz großer Mengen elektrischer Energie hergestellt werden kann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 09.11.2017 | 14:30 Uhr

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