Stand: 06.02.2017 22:03 Uhr

VW-Topgehälter: Kommt Zehn-Millionen-Euro-Grenze?

Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen muss sparen, nicht zuletzt wegen milliardenschwerer Schadenersatzzahlungen aufgrund des Abgas-Skandals in den USA. Da stößt es Mitarbeitern und Gewerkschaften regelmäßig sauer auf, wenn Gehälter und Abfindungen von VW-Managern öffentlich werden. Der jüngste Fall: Christine Hohmann-Dennhardt. Die Juristin erhält nach nur gut einem Jahr Arbeit als VW-Vorstand für Integrität und Recht eine Zahlung von mehr als zwölf Millionen Euro. Nun will der Aufsichtsrat des Wolfsburger Autobauers das Vergütungssystem der Top-Manager reformieren - und dem Vorstandsvorsitzenden künftig höchstens zehn Millionen Euro Gehalt erlauben. Das Kontrollgremium soll darüber, nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen, in seiner Sitzung am 24. Februar darüber beraten.

Initiative des Betriebsrats und des Landes

Neben der Deckelung des Chefgehalts sollen auch die anderen Vorstandsmitglieder mit einer geringeren Summe entlohnt werden. Die Initiative dazu hatten das Land und der Betriebsrat ergriffen, wie die Deutsche Presse-Agentur meldet. Geplant sei, das Fixgehalt anzuheben und im Gegenzug den variablen Anteil zu senken. Dieser beträgt bisher meist ein Vielfaches der Fixsumme. VW-Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh und IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hatten nach Bekanntwerden des Gehalts von Ex-Chef Martin Winterkorn ein neues Modell gefordert. Europas größter Autohersteller hatte bereits 2016 angekündigt, sein Vergütungssystem für Manager ändern zu wollen.

Luxemburg verklagt VW

Unterdessen hat der Staat Luxemburg im Zuge des Abgas-Skandals Strafanzeige wegen Fälschung und Betrugs gestellt. Die Anzeige richte sich gegen ubekannt, da die Verantwortlichen bis heute nicht bekannt seien, so der zuständige Minister François Bausch. Die luxemburgische Prüfstelle hatte den Skandal-Motor EA 189 zertifiziert. Volkswagen hatte mithilfe einer Software in Millionen Dieselautos weltweit die Schadstoffwerte manipuliert. In Luxemburg sind dem Minister zufolge insgesamt 31.521 Autos der Volkswagen-Marken VW, Seat, Skoda und Audi von dem Skandal betroffen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.02.2017 | 08:00 Uhr

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