Stand: 25.10.2015 15:20 Uhr

VW: Neuwagen statt Nachbesserungen?

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Wegen der Nachbesserung der manipulierten Diesel kommt eine Menge Arbeit auf die VW-Werkstätten zu. (Themenbild)

2,4 Millionen Diesel sind allein in Deutschland von der Abgas-Affäre betroffen. Die Rückrufaktion bedeutet eine Menge Arbeit für die VW-Werkstätten. Lange Wartezeiten drohen, womöglich sogar logistische Probleme - und so erwägt Volkswagen offenbar, als Alternative zur Nachbesserung auch Eintauschprämien anzubieten. Quasi eine Abwrackprämie für VW-Modelle - mit der der Konzern zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte: Weniger Arbeit für seine Werkstätten und gleichzeitig mehr Arbeit für die Autobauer in den Volkswagen-Werken.

1,6-Liter-Diesel besonders aufwändig

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Kreisen des Konzerns und der Volkswagen-Partner erfuhr, stehen bei der Aktion vor allem die betroffenen Motoren mit 1,6 Liter Hubraum im Fokus. Bei ihnen reicht nämlich ein Software-Update nicht aus: Zusätzlich muss neue Technik eingebaut werden - mit entsprechenden Kosten für die Bauteile und die Arbeitsstunden. Laut dpa sind in Europa drei Millionen solcher Fahrzeuge unterwegs. Während andere manipulierte Fahrzeuge bereits ab Januar 2016 in die Werkstätten sollen, beginnt der Rückruf der 1,6-Liter-Maschinen frühestens im kommenden Herbst - eben wegen der komplizierteren Nachbesserung.

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Details müssen noch geklärt werden

Entschieden seien die Pläne, solche Wagen in Zahlung zu nehmen und gleichzeitig zusätzliche Anreize für einen Neuwagenkauf zu setzen, zwar noch nicht, sagte ein Insider der dpa: Allerdings seien die Überlegungen "mehr als ein Gedankenspiel", berichtet die Agentur. Den Angaben zufolge ist unter anderem noch ungeklärt, ob die Prämie allen Kunden angeboten werden müsste oder nur den Besitzern bestimmter Modelle.

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