Stand: 26.03.2016 11:30 Uhr

VW: Entlastung für Müller - Razzia auch bei IAV

VW-Chef Matthias Müller wird im sogenannten Abgasskandal laut Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" durch die Aussagen mehrerer Manager entlastet. Zuvor war ihm vorgeworfen worden, er habe schon Wochen vor dem Eingeständnis des VW-Konzerns vom Einsatz einer verbotenen Software gewusst. Müller soll, so die Vorwürfe, bereits im September 2015 bei einer Vorstandssitzung eingeweiht worden sein. Er war damals Vorstandsvorsitzender der Porsche AG und hatte dazu einen Sitz im Volkswagen-Vorstand inne. Gegenüber einer US-Kanzlei, die den Skandal untersucht, sagten die VW-Manager aus, dass der damalige Konzernchef Martin Winterkorn bei der Sitzung lediglich gesagt habe, es gebe Probleme mit der Zulassung von Dieselmodellen in den USA - es habe aber keinen Hinweis auf Gesetzesverstöße gegeben. Als jetzigen "Chefaufklärer" hätte Müller ein frühzeitiges Wissen um den Softwareeinsatz wohl vor erhebliche Legitimationsprobleme gestellt.

Sie sollen Volkswagen wieder nach vorn bringen

Razzia bei IAV in Gifhorn

Unterdessen gibt es weitere Neuigkeiten in Sachen Ermittlungen: Bei Durchsuchunge wegen der Abgasaffäre sind laut "Spiegel" auch Räume des Gifhorner Autoentwicklers IAV unter die Lupe genommen worden. Anfang Oktober 2015 durchsuchten die Ermittler demnach neben Privat- und Geschäftsräumen von VW-Angestellten auch Räume von IAV. Die Firma mit Sitz in Berlin beschäftigt 6.500 Mitarbeiter und betreibt zwei Standorte in Gifhorn. Das Unternehmen, an dem VW 50 Prozent der Anteile hält, ist unter anderem an der Entwicklung der Motorsteuerung von Volkswagen-Pkw beteiligt.

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"Naheliegendes" Interesse

Einen Kommentar von der zuständigen Ermittlungsbehörde, der Staatsanwaltschaft Braunschweig, gab es zu dem Bericht bislang nicht. Doch aus dem Aufsichtsrat von Volkswagen hieß es gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, das Interesse der Ermittler an der Motorenschmiede sei "naheliegend". Bei der Razzia hatten die Ermittler Akten und Computer beschlagnahmt. Seither laufen die Ermittlungen. Derzeit ermittelt die Behörde in diesem Kontext gegen 17 Beschuldigte, darunter ist aber kein Vorstandsmitglied.

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Aktuell | 26.03.2016 | 10:00 Uhr