Stand: 19.08.2017 18:01 Uhr

Umweltschützer fordern Messlabor in der Asse

Nachdem eine Probebohrung am Atommülllager Asse abgebrochen werden musste, weil eine erhöhte Radon-Belastung gemessen wurde, fordert die Wolfenbütteler Atom-Ausstiegsgruppe (WAAG) ein Labor vor Ort. Damit könnten auch andere radioaktive Stoffe schnell gemessen werden, teilte die Gruppe am Sonnabend mit. Außerdem könne die Bevölkerung dort Produkte aus ihrem Garten untersuchen lassen. Bei der Bohrung am Mittwoch war Luft mit einer erhöhten Konzentration des radioaktiven Gases Radon ausgetreten.

Schnellere Information über austretende Stoffe

Der Zwischenfall verwundert die Umweltschützer nicht. "Dass beim Anbohren und später beim Öffnen der Kammern radioaktive Stoffe freigesetzt werden, ist zu erwarten", sagte eine WAAG-Sprecherin. In der Luft der Einlagerungskammern sei aber nicht nur das einfach zu messende Radon enthalten, sondern "ein ganzer Cocktail radioaktiver Gase" wie etwa Tritium, Radiokohlenstoff und Krypton-85. Durch eine Messstation vor Ort könnte die Bevölkerung schneller über austretende Stoffe informiert werden, so die Umweltschützer.

"Keine Gefährdung von Beschäftigten oder Umwelt"

Bei der Bohrung an der Einlagerungskammer 7, die seit 2012 von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) erkundet wird, war in der aus dem Bohrloch zurückströmenden Luft eine erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Die Mitarbeiter "im Kontrollbereich haben radiologische Schutzmaßnahmen ergriffen, das Bohrgestänge wurde ausgebaut und die Bohrung verschlossen", sagte eine BGE-Sprecherin. Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung von Beschäftigten oder der Umwelt bestanden.

Weitere Informationen

Erhöhte Radioaktivität: Bohrung in Asse gestoppt

Bei Probebohrungen im Atommülllager Asse sind am Mittwoch in 750 Metern Tiefe erhöhte Radioaktivitätswerte gemessen worden. Das Bohrloch wurde daraufhin sofort verschlossen. (17.08.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.08.2017 | 13:00 Uhr

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