Stand: 28.06.2017 16:10 Uhr

Transplantations-Skandal: Freispruch bestätigt

Im Göttinger Transplantations-Skandal von 2012 hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch ein entscheidendes Urteil gefällt. Der BGH bestätigte den Freispruch eines Mediziners, der Daten manipuliert hatte, um seinen Patienten schneller zu Organen zu verhelfen. Das Göttinger Landgericht hatte den Arzt zuvor vom Vorwurf des versuchten Totschlags freigesprochen, doch die Staatsanwaltschaft war in Revision gegangen. Durch die Bevorzugung von Patienten seien möglicherweise andere Menschen auf der Warteliste gestorben, so das Argument der Ankläger. Das sei nicht erwiesen, argumentierten dagegen die Richter am BGH. Dem Arzt könne keine Tötungs- oder Körperverletzungsabsicht vorgeworfen werden.

Richter des Bundesgerichtshofs nehmen bei einer Verhandlung Platz.

Organspende-Skandal: Arzt erneut freigesprochen

Hallo Niedersachsen -

Der Bundesgerichtshof hat den Freispruch eines Arztes im Göttinger Transplantations-Skandal bestätigt. Er soll Listen manipuliert haben, damit Patienten schneller Organe bekommen.

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Keine rechtlichen Verfehlungen

Das Landgericht Göttingen hatte in seinem Urteil zwar moralische Verfehlungen des Arztes kritisiert. Rechtlich habe sich der Chirurg jedoch nichts zu Schulden kommen lassen. Die Manipulationen hätten zum Tatzeitpunkt nicht unter Strafe gestanden - genauso sahen es die Richter am Bundesgerichtshof. Ebenfalls für nicht relevant hielt die Kammer am Landgericht, dass der Arzt gegen Richtlinien der Bundesärztekammer verstoßen hatte. Diese seien verfassungswidrig. Der Mann hatte Alkoholikern, die nicht die vorgeschriebenen sechs Monate trocken waren, Lebern transplantiert. Als Konsequenz aus dem Skandal war die Zahl der Organspenden in Deutschland zurückgegangen. Der Chirurg war entlassen worden. Außerdem wurde ihm die Mitgliedschaft in der Deutschen Transplantationsgesellschaft entzogen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 26.06.2017 | 14:30 Uhr

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