Stand: 17.02.2016 18:52 Uhr

Tödliche Klinik-Attacke: Haftbefehl erlassen

von Andreas Mier

Nach der tödlichen Messer-Attacke im Wolfsburger Klinikum ist gegen den mutmaßlichen Täter Haftbefehl wegen Mordes erlassen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit. Das 85-jährige wehrlose Opfer habe in seinem Bett nicht mit dem Angriff rechnen können, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Seel NDR.de. Daher sei das Mordmerkmal der Heimtücke gegeben. Motiv und Hintergründe der Tat seien jedoch weiter unklar. Der Tatverdächtige habe sich noch nicht geäußert.

Wollte der Täter seine Mutter angreifen?

Die Ermittler halten aber weiterhin eine Verwechslung für wahrscheinlich. Täter und Opfer hätten sich nicht gekannt. Berichte, wonach der 40-Jährige eigentlich seine Mutter habe töten wollen, bestätigte die Staatsanwaltschaft aber nicht. Der Sohn habe seine Mutter zwar einige Tage vorher bei einem Streit geschlagen. Die Frau sei deshalb am Tattag zur Beobachtung ebenfalls noch im Wolfsburger Klinikum auf einer anderen Station gewesen. Dort habe sie der Sohn aber bereits tags zuvor besucht und beide hätten sich offenbar versöhnt, erklärte die Oberstaatsanwältin.

Schuldfähigkeit soll geprüft werden

Der 40-Jährige befinde sich derzeit in einem Justizkrankenhaus. Er hatte sich bei der Tat am Montag selbst schwer verletzt und war noch auf dem Klinikgelände festgenommen worden. Ob er geistig zurechnungsfähig ist, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen, so die Oberstaatsanwältin. Unter Drogeneinfluss habe der Mann zum Zeitpunkt der Tat jedenfalls nicht gestanden.

Herkunft der Tatwaffe unklar

Der Angreifer hatte den 85-jährigen Patienten in seinem Bett mit einem Küchenmesser so schwer verletzt, dass das Opfer trotz einer Notoperation starb. Ob das Messer dem Täter gehört oder aus dem Krankenhaus entwendet wurde, ist noch nicht bekannt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 17.02.2016 | 07:30 Uhr