Stand: 10.07.2017 14:37 Uhr

"Phoenix" nimmt's mit 50 Milliarden Unbekannten auf

32 sogenannte General Purpose Graphics Processing Units (GPGPUs) sind verbaut, jeder dieser Prozessoren besitzt 3.584 Rechenkerne und leistet zehn Billionen Rechenoperationen pro Sekunde: Die Technische Universität (TU) Braunschweig hat am Montag einen neuen Hochleistungsrechner eingeweiht. Die Maschine trägt den Namen des mythischen Vogels "Phoenix", der sich aus seiner Asche erhob. Dieser "Phoenix" braucht vor allem eines: Platz. Er nimmt eine Fläche von rund 40 Quadratmetern ein und steht im Maschinensaal des Campus Nord.

Kosten teilen sich Forschungsgemeinschaft, Land und Uni

"Phoenix" soll hochkomplexe Rechenaufgaben lösen - unter anderem in den Bereichen Thermodynamik, Struktur- und Strömungsmechanik sowie Akustik. Unter anderem könnten damit Strömungsphänomene bei Verkehrsflugzeugen, Brände und die Alterung von Bauwerken berechenbar werden, wie die Hochschule mitteilte. Die Kosten für den 1,7 Millionen Euro teuren Großrechner teilen sich die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Land Niedersachsen und die Technische Universität.

Berechnungen mit 50 Milliarden Unbekannten

Seine Leistungsfähigkeit solle "Phoenix" bei der Frage beweisen, wie Schall-Emissionen bei Start und Landung von Flugzeugen verringert werden könnten. Die Hinterkante von Tragflügelprofilen werde dabei mit einem porösen Metallschaum versehen. Die Berechnung der dabei auftretenden Strömungsphänomene umfasse nicht weniger als 50 Milliarden Unbekannte, so ein Sprecher der TU. Ein weiteres Teilprojekt berechne, wie sich Schadstoffe in den winzigen Poren von Zement ausbreiten, so der Sprecher. Auf diese Weise könnten Forscher die Alterungsprozesse von Bauwerken wie Brücken besser vorhersagen und Gegenmaßnahmen entwickeln. Auch die Ausbreitung von Feuer in und an Gebäuden könne mit Hilfe von "Phoenix" künftig besser verstanden werden.

Präsidentin lobt Engagement der Institute

"Wir verfügen nun über einen der schnellsten Rechner in der Forschungsregion Braunschweig", sagte TU-Präsidentin Anke Kaysser-Pyzalla. "Für mich ist bemerkenswert, dass sich hier Forscher aus zehn Instituten verbündet haben, um eigeninitiativ und gemeinsam einen Großrechner zu beschaffen und damit interdisziplinäre Forschung zu betreiben. Das stärkt nicht nur die Einzelleistungen, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen den Fächern und macht ganz neue Forschungsansätze möglich."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 10.07.2017 | 14:30 Uhr

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