Stand: 20.10.2017 20:51 Uhr

Studenten besetzen Atelierräume der HBK

Aus Protest gegen ihre Studienbedingungen haben mehr als 80 Studenten der Hochschule für Bildende Künste (HBK) in Braunschweig Atelierräume besetzt. Vor allem die verkürzten Öffnungszeiten der Arbeitsräume machen den Studenten zu schaffen. Sie fühlten sich dadurch eingeschränkt, teilte ein Vertreter der Besetzer mit. Ein Polizeisprecher sagte am Donnerstagmorgen, die Lage sei seit dem Start des Protests am Dienstagabend friedlich. Die Hochschule hat bislang keine Stellung bezogen.

"Verunmöglichung des Studiums"

Die Ateliers sind nur noch montags bis donnerstags von 7 bis 21 Uhr und freitags von 7 bis 19 Uhr, am Wochenende gar nicht geöffnet. An einer Kunsthochschule, deren integrale Aufgabe es ist, eine eigene künstlerische Arbeitsweise und Praxis auszubilden, komme dies einer "Verunmöglichung des Studiums" gleich, kritisieren die Besetzer. Begründet werde dies nach ihrer Aussage mit Sachbeschädigungen und unzulässigen Gebäudenutzungen. Auch die Gewerkschaft Ver.di hat sich in den Konflikt eingeschaltet. Geschäftsführer Sebastian Wertmüller forderte die Hochschulleitung auf, im Dialog mit den Studierenden eine Lösung herbeizuführen. Wer kreativ arbeite und auf Ateliers angewiesen sei, müsse Zugang auch jenseits üblicher Tagesarbeitszeiten haben, heißt es in einer Pressemitteilung vom Freitag.

Konflikt seit über einem Jahr

Nach Angaben der Studenten sind die Arbeitsbedingungen bereits seit über einem Jahr Grund für Konflikte zwischen ihnen und der Hochschule. Sie hätten ein Konzeptpapier zur Lösung vorgelegt, die HBK-Leitung habe darauf aber nicht nennenswert reagiert. Bis Montag habe die Hochschule Lösungsansätze finden wollen, dies aber nicht getan.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 19.10.2017 | 07:30 Uhr