Stand: 23.10.2015 11:50 Uhr

Spitzenwissenschaftler forschen am paläon

Der Schöninger Tagebau ist ein Mekka für Archäologen, Archäozoologen und Spezialisten neuester Datierungsverfahren. Derzeit forschen mehr als 50 Wissenschaftler aus 20 Ländern am paläon. In dem 2013 eröffneten Museum sind unter anderem die weltberühmten Schöninger Speere ausgestellt. Am Mittwoch haben die Forscher im Forschungs- und Erlebniszentrum im Landkreis Helmstedt neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum Leben des Homo Heidelbergensis vor rund 300.000 Jahren vorgestellt. Der niederländische Wissenschaftler Professor Thijs Kolfschoten von der Universität Leiden habe entdeckt, dass der menschliche Ahne Werkzeuge aus Pferdeknochen anfertigte, sagte ein Sprecher des paläon am Mittwoch. Das beweise, dass der Homo Heidelbergensis für die berühmten Speere auch Knochen intensiv als Rohstoff nutzte. Das lasse die technischen Fertigkeiten der Vorfahren des Homo Sapiens im neuen Licht erscheinen.

Neue Erkenntnisse im nächsten Sommer?

Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie würden zudem neue Datierungsverfahren am Fundort der Speere testen. Aus Sedimentproben und archäologischen Funden erhofft sich die internationale Forschergemeinde ebenfalls neue Erkenntnisse. Dazu werde eine umfangreiche Datierungsserie zu den Erdschichten am früheren Seeufer begonnen. Die Ergebnisse wollen die Forscher in rund einem Jahr vorstellen.

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 Uhr | 24.06.2015 | 18:00 Uhr