Stand: 19.02.2016 16:35 Uhr

Schwarze Tage für Düngemittelkonzern K+S

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K+S will Salzabwässer in die Weser leiten. (Archiv)

Der hessische Düngemittelkonzern K+S hat ein Problem. Eigentlich will der Chemie-Konzern über eine 135 Kilometer lange Pipeline Salzabwasser aus der Kali-Produktion in Osthessen und Thüringen direkt in die Weser leiten. Doch nun hat das hessische Umweltministerium das Raumordnungsverfahren zur Pipeline ausgesetzt. Zumindest bis zum 21. März. Bis dahin müssen die Umweltminister der Weseranrainer einen Bewirtschaftungsplan vorlegen. Erst dann könnten Chlorid-Grenzwerte für Werra und Weser verbindlich festgesetzt werden, die als Grundlage für das Raumordnungsverfahren des Regierungspräsidiums Kassel dienen. Damit liegt die Prüfung des K+S-Antrags zunächst auf Eis.

Kritiker fordern technische Lösung

Mit der Entscheidung zur Aussetzung des Raumordnungsverfahrens beugt sich Hessen vor allem dem Druck aus Niedersachsen. Dessen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hatte kürzlich gesagt: "Wir haben dem Land Hessen mitgeteilt, dass wir dem Bewirtschaftungsplan unter den aktuellen Bedingungen nicht zustimmen werden." Kritiker fordern seit langem von dem börsennotierten Unternehmen eine technische Lösung - der Konzern hält vor allem aber daran fest, die Abwässer in den Untergrund oder in die Flüsse zu pumpen.

Unerlaubte Abfallbeseitigung?

Ärger droht offenbar noch von anderer Seite: Die Staatsanwaltschaft im thüringischen Meiningen hat einem Bericht zufolge gegen den Vorstandvorsitzenden und gegen den Aufsichtsratschef von K+S Anklage erhoben. Grund sei "unerlaubte Abfallbeseitigung", wie das Magazin "Wirtschaftswoche" am Freitag berichtete. Norbert Steiner und Ralf Bethke seien zwei von 15 K+S-Verantwortlichen, gegen die Anklage erhoben worden sei. Dazu kommen laut Bericht drei Beamte des Thüringer Landesbergamtes.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.02.2016 | 16:00 Uhr