Stand: 22.01.2016 11:55 Uhr

Rachemord: 29-Jähriger muss lebenslang in Haft

Im Rachemord-Prozess vor dem Landgericht Göttingen ist ein 29-jähriger Mann zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Mann den 28 Jahre alten Bruder seiner Freundin im vergangenen Februar bei Reiffenhausen in einen Hinterhalt lockte und erschoss. Offenbar wollte er sich bei dem Bruder rächen, weil dieser ihn wegen eines Diebstahls bei der Polizei verpfiffen hatte. Die Richter folgten mit ihrem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen einen Freispruch verlangt, weil das Verbrechen dem Angeklagten nicht zu beweisen sei.

Mit Flirt-SMS köderte der Angeklagte sein Opfer

Während der 15 Verhandlungstage hatte der Mann bis zuletzt geschwiegen. Der Vorsitzende Richter Ralf Günther hielt das vermeintliche Alibi des Angeklagten für völlig frei erfunden. Der Mann soll den Bruder mit fingierten Flirt-SMS in die Feldmark gelockt haben und ihn dann mit sechs bis sieben Schüssen regelrecht hingerichtet haben. Das Gericht stellte die besondere Schwere der Schuld wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen und aus Heimtücke fest. Das Motiv sei Rache gewesen.

Verteidiger will Revision einlegen

Der Verteidiger der Familie, Rechtsanwalt Steffen Hörning, sagte, es sei das Urteil, das man erwartet habe. Die Beweislast sei erdrückend gewesen. Der Tathergang sei wegen der vorliegenden Ermittlungsergebnisse genau nachvollziehbar gewesen. Zweifel äußerte nur der Verteidiger des 29-Jährigen. Er will in Revision gehen.

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Aktuell | 22.01.2016 | 13:00 Uhr