Stand: 13.01.2016 15:59 Uhr

Landkreis Goslar unterläuft Daten-Fauxpas

Bild vergrößern
Hunderte Akten sollen von der Kreisverwaltung Goslar nicht richtig entsorgt worden sein. (Themenbild)

Dass Menschen Fehler unterlaufen, das ist, nun ja, menschlich. Das weiß auch der Landkreis Goslar und begründet die Panne, die ihm unterlaufen ist, mit "menschlichem Fehlverhalten bei der Entsorgung". Wobei der Begriff Panne, qua definitionem "ein durch gedankenloses oder unvorsichtiges Handeln verursachtes Missgeschick", vielleicht etwas kurz gegriffen ist für das Ausmaß diesen Fauxpas: Mitarbeiter der Kreisverwaltung haben offenbar Hunderte vertrauliche Akten nicht fachgerecht entsorgt. Auf dem Betriebsgelände einer Entsorgungsfirma lagen unter anderem Unterlagen zu kriminell gewordenen Jugendlichen, die von der Jugendgerichtshilfe des Kreises betreut wurden - offen im Papiermüll.

Ermittlungen wurden aufgenommen

Der Fingerzeig kam ausgerechnet von den Medien: Die "Goslarsche Zeitung" (Mittwochausgabe) berichtete, sie habe den Landkreis nach einem bei ihr eingegangenen anonymen Hinweis über die Datenpanne informiert. Wie Landkreis-Sprecherin Jana Warnecke bestätigte, lag der Zeitung eine der vertraulichen Akten vor. Daraufhin habe die Behörde umgehend die Ermittlungen aufgenommen. Bislang ist von mehreren Hundert Akten die Rede, die nicht fachgerecht entsorgt worden sein sollen. "Das ganze Ausmaß ist aber noch nicht klar", so Warnecke.

Landkreis räumt Verantwortung ein

Des Landkreises Zwischenbilanz: "Nach den bisherigen Erkenntnissen wurde bei uns der letzte Schritt der Aktenvernichtung nicht richtig vollzogen." Warnecke sagt, dass die als Datenschutzmüll richtig identifizierten Akten aus verschiedenen Fachbereichen der Kreisverwaltung auf dem falschen Entsorgungshaufen gelandet seien. Die Recyclingfirma habe sie anschließend abtransportiert und offen auf dem Gelände gelagert. Die Panne, räumt Warnecke ein, liegt allerdings eindeutig beim Landkreis. Eigentlich sollten die Akten vernichtet werden.