Stand: 25.03.2016 22:10 Uhr

ICE-Reisende stecken vier Stunden im Tunnel fest

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Ein ICE ist kurz vor Göttingen wegen eines Oberleitungsschadens stehen geblieben. (Themenbild)

700 Bahn-Reisende haben am Karfreitag einen ungewollten Stopp im niedersächsischen Niemandsland eingelegt. Der ICE 78 von Zürich nach Hamburg blieb gegen 12 Uhr wegen einer Oberleitungsstörung in der Nähe der Gemeinde Jühnde (Landkreis Göttingen) stehen. Zur Hälfte steckte der Zug bereits in einem Tunnel. Erst gegen 16 Uhr schleppte eine Diesellok den Zug nach Göttingen, wo die Reisenden in einen anderen ICE umsteigen konnten. "Das hat unerfreulich lange gedauert", sagte eine Sprecherin der Bahn NDR.de. Und sprach von einer "unangenehmen Erfahrung" für die Reisenden "gerade auch wegen Ostern".

Schwierige geografische Lage

Warum die Reisenden so lange festsaßen, sei derzeit nicht ganz klar. "Es war eine besondere Situation, weil der Zug ausgerechnet in einem Tunnel stecken geblieben war", sagte die Sprecherin. Die Experten hätten prüfen müssen, wie die Fahrgäste in dem bergigen Streckenabschnitt zwischen Kassel und Göttingen am sichersten evakuiert werden können. Auch ein Umsteigen vor Ort in einen anderen Zug sei geprüft worden. Schließlich hätten sie sich aber für das Abschleppen mit der Diesellok entschieden.

Vorausfahrender ICE hatte defekten Stromabnehmer

Grund für die Oberleitungsstörung war offenbar ein beschädigter Stromabnehmer des vorausfahrenden ICE 575. Dieser sorgte wiederum für einen Schaden an der Oberleitung, sodass der Strom abgeschaltet werden musste. Der Zug sei laut der Bahnsprecherin am Mittag zurück in den Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe gefahren. Dort seien die Reisenden auf andere Züge verteilt worden. Was den Schaden am Stromabnehmer verursacht hat, stand bis Freitagabend noch nicht fest.

Streckenabschnitt nach Reparatur wieder freigegeben

Für die Reparaturen wurde der Abschnitt zwischen Göttingen und Kassel-Wilhelmshöhe gesperrt und eine Umleitung eingerichtet, durch die es zu Verspätungen von bis zu 30 Minuten kam. Am späten Freitagabend wurde die Strecke dann wieder für den Verkehr freigegeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.03.2016 | 17:00 Uhr