Stand: 14.02.2016 14:00 Uhr

Hat VW-Spitze früh von US-Ermittlungen gewusst?

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Hat Ex-VW-Chef Martin Winterkorn doch schon früher mehr gewusst? (Archiv)

Im Abgasskandal bei Volkswagen soll der ehemalige Konzernchef Martin Winterkorn nach Medieninformationen bereits im Frühling 2014 von einer drohenden Suche der US-Behörden nach einer Betrugssoftware erfahren haben. Das berichtet die "Bild am Sonntag" (BamS), die sich auf interne Dokumente beruft, die dem Blatt vorlägen. Allerdings gehe aus den zitierten Passagen keine direkte Kenntnis Winterkorns von illegalen Manipulationen hervor. Dem Zeitungsbericht zufolge soll Winterkorn fast anderthalb Jahre vor Bekanntwerden der Manipulationen von einem Vertrauten einen Brief bekommen haben, in dem es heiße: "Es ist zu vermuten, dass die US-Behörden die VW-Systeme daraufhin untersuchen werden, ob Volkswagen eine Testerkennung in die Motorsteuergeräte-Software implementiert hat (sogenanntes Defeat Device)."

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Winterkorn nicht zu erreichen

Ein Unternehmens-Sprecher wollte den Bericht am Wochenende nicht kommentieren und verwies auf laufende Untersuchungen. VW hat die US-Anwaltskanzlei Jones Day mit internen Ermittlungen beauftragt. Ergebnisse sollen im April bekannt gegeben werden. Winterkorn war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. "Auf BamS-Anfrage wollte sich der Ex-Firmenpatriarch wegen der laufenden Ermittlungen in der Affäre nicht äußern", schreibt die Zeitung.

Trotz Rücktritt keiner Schuld bewusst

Winterkorn war wegen der Abgas-Affäre am 23. September 2015 zurückgetreten. Er übernahm damit die Verantwortung für die Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren, obwohl er nach eigenem Bekunden nichts von illegalen Manipulationen gewusst hat. "Ich tue dies im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltens bewusst bin", hatte Winterkorn erklärt. "Ich bin bestürzt über das, was in den vergangenen Tagen geschehen ist. Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen-Konzern möglich waren."

Fünf Tage zuvor hatte die US-Umweltbehörde mitgeteilt, dass VW mithilfe einer Software Stickoxid-Messwerte (NOx) von Dieselautos bei Tests auf Prüfständen manipuliert hat, um die Vorgaben der Behörden zu erfüllen. Der Konzern gab die Aktion zu, der Aktienkurs brach ein. Weltweit sind bis zu elf Millionen Autos verschiedener Konzernmarken betroffen.

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