Stand: 29.09.2017 13:07 Uhr

Göttinger Forscher finden letztes "Rosetta"-Bild

Aus rund 20 Metern Entfernung sendete "Rosetta" dieses Foto, das von den Forschern in Göttingen nun zusammengesetzt wurde. Weil nur ein Teil der Daten übermittelt werden konnte, ist die Detailtiefe eingeschränkt.

Als vor fast genau einem Jahr die Forschungssonde "Rosetta" auf dem Kometen "Tschuri" endgültig landete,war den Wissenschaftlern bereits klar, dass dies für sie noch längst nicht das Ende der "Rosetta"-Mission sein würde. Die Masse an Daten, die die Raumsonde während ihrer knapp zwölf Jahre dauernden Reise übermittelt hatte, war so groß, dass es noch Jahrzehnte dauern würde, bis alle ausgewertet sind, hieß es.

Eine "letzte Überraschung"

Nun zeigt sich, wie sehr die Forscher Recht hatten. Den Ingenieuren des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen ist nun eine ganz besondere Entdeckung gelungen: In den letzten von "Rosetta" übermittelten Daten fanden sie ein letztes Foto.

"Rosettas" letzte Bilder: Ganz nah an "Tschuri"

Das Bild, das am Donnerstagabend veröffentlicht wurde, zeigt aus etwa 20 Meter Entfernung die Stelle, an der "Rosetta" Ende September 2016 auf den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, kurz "Tschuri" aufprallte. Die Göttinger sprechen stolz von "einer letzten Überraschung" der "Rosetta"-Mission.

Eingeschränkte Detailtiefe

Deren Aufdeckung ist dem Engagement einzelner Ingenieure zu verdanken - die Computer hatten das letzte "Rosetta"-Bild nicht erkannt, da es unvollständig war. Nur knapp die Hälfte der üblichen Datenmenge war übermittelt worden. Die automatische Software erkannte daher nicht, dass es sich um ein Bild handelte. Wohl aber die Wissenschaftler, denen die Datenmenge reichte, um das Foto zu rekonstruieren. Die Detailtiefe ist im Vergleich zu den anderen "Rosetta"-Fotos allerdings eingeschränkt. Bislang galt ein Foto, dass Rosetta aus gut 50 Metern Entfernung von "Tschuri" aus gesendet hatte, als letztes Bild der Sonde. Der angenommene Abstand wurde mittlerweile korrigiert auf eine Entfernung von etwa 25 Metern.

Eine der erfolgreichsten Missionen der Raumfahrtgeschichte

Die "Rosetta"-Mission gilt als eine der erfolgreichsten in der Raumfahrtgeschichte: Im März 2004 startete die Sonde mit der Ariane 5 ihren Weg zum 700 Millionen Kilometer entfernten Kometen "Tschuri". Im November 2014 setzte die Raumsonde das Minilabor "Philae" auf dem Kometen ab. Nach zwölf Jahren im All begann für "Rosetta" im September 2016 das Manöver Sinkflug: Dafür wurde die Raumsonde ein letztes Mal weiter weg vom Kometen manövriert, um dann endgültig auf "Tschuri" zu landen.

Weitere Informationen

Forscher lösen Rätsel um Kometen-Staubwolke

Die Göttinger Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung werten seit Ende der "Rosetta"-Mission riesige Datenmengen aus. Ein Rätsel haben sie nun gelöst. (22.03.2017) mehr

Viel zu tun für die Göttinger Weltraumforscher

Die Göttinger Max-Planck-Forscher dürften Jahre brauchen, um die Daten der "Rosetta"-Mission auszuwerten. Doch damit nicht genug: Weitere Missionen stehen längst in den Startlöchern. (02.01.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 30.09.2016 | 19:30 Uhr