Stand: 29.03.2016 13:36 Uhr

Fällt für VW-Aktionäre die Dividende flach?

Es läuft derzeit nicht gerade rund bei Volkswagen - und das ist noch untertrieben. Da kommt die Nachricht nicht überraschend, dass auch die Aktionäre des Unternehmens vom Abgasskandal und seinen Auswirkungen betroffen sein könnten. Im Angesicht der drohenden Millionen-Bußgelder müssen die Aktionäre damit rechnen, dass die Dividende komplett wegfällt. "Es gibt keinen Hinweis, dass es auch nur Hoffnung auf einen Cent gibt", sagte ein Mitglied des Aufsichtsrates der Nachrichtenagentur dpa.

Keine Panik in der Staatskanzlei

Das Land Niedersachsen hält zwar jede fünfte VW-Stammaktie - doch panische Reaktionen aus der Staatskanzlei bleiben bislang aus. Es gäbe keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Landeshaushalt, hieß es. Den Löwenanteil des VW-Besitzes hält die landeseigene HanBG, eine Beteiligungsgesellschaft. Schon beschlossene Projekte seien für die Folgejahre durch die vorherigen Dividendenzahlungen "komplett ausfinanziert", hieß es weiter.

VW-Aktie an der Börse im Sinkflug

Der drohende Ausfall der Dividende wird von Aktionärsvertretern kritisch gesehen. Sollte Volkswagen einen Überschuss erzielen, wäre eine Nullrunde ein Affront, sagte ein Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Auch im Aufsichtsrat des Unternehmens könnte die Dividende zum Zankapfel werden: Arbeitnehmervertreter und das Bundesland dürften vor allem den Erhalt von Arbeitsplätzen im Blick haben - Vertreter der Kapitalseite dagegen werden sich für Rendite und so für die Ausschüttung einer Dividende stark machen. An der Börse ging die Aktie von VW am Dienstag in den Sinkflug: Gegen den Aufwärtstrend im Dax und in der europäischen Autobranche gaben die VW-Vorzugsaktien um knapp 1,5 Prozent nach.

 

Weitere Informationen

VW ruft 800.000 weitere Autos zurück

Volkswagen und seine Tochter Porsche rufen rund 800.000 Touareg- und Cayenne-Fahrzeuge wegen möglicher Sicherheitsprobleme in die Werkstätten. Das hat VW am Donnerstag mitgeteilt. (24.03.2016) mehr

VW: Entlastung für Müller - Razzia auch bei IAV

Konzernchef Müller war laut Medienberichten im Vorfeld nicht über den VW-Skandal im Bilde. Unterdessen verdichten sich Hinweise, dass auch eine Gifhorner Firma von der VW-Razzia betroffen war. (26.03.2016) mehr

mit Video

Die VW-Abgas-Affäre: Eine Chronologie

Der Abgas-Skandal hat Volkswagen in die schwerste Krise der Firmengeschichte gestürzt. Der finanzielle Schaden geht in die Milliarden. Der neue Chef, Matthias Müller, soll VW retten. mehr