Stand: 10.12.2016 11:12 Uhr

Experten streiten: Bleibt Atommüll in der Asse?

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat eine Empfehlung der Strahlenschutzkommission (SSK) in Bezug auf den Umgang mit dem Atommüll in der Asse zurückgewiesen. Die Experten der SSK sprechen sich dafür aus, im Rahmen einer Langzeitbetrachtung untersuchen zu lassen, ob es sicherer ist, den strahlenden Müll in dem ehemaligen Bergwerk im Landkreis Wolfenbüttel zu lassen anstatt ihn wie geplant zu bergen. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass die SSK bereits neue Analysen vorgelegt habe, wonach ein Verbleib der rund 120.000 maroden Atommüllfässer in der Schachtanlage ungefährlich sei. Selbst wenn die Asse unkontrolliert mit Wasser volllaufe, bestehe aus Sicht der Experten keine Gefahr.

BfS weist Empfehlung zurück

Mit der Empfehlung für einen möglichen Verbleib des radioaktiven Mülls in der Asse werde der Eindruck erweckt, dass diese Option erfolgreich sein könnte, heißt es in einer Stellungnahme des BfS. Worauf sich diese Hoffnungen stützen, sei jedoch unklar. Zudem widersprächen sie dem klaren gesetzlichen Auftrag, die Asse stillzulegen, indem der dort gelagerte Abfall herausgeholt wird. Das sei 2013 in der sogenannten Lex Asse auch so gesetzlich festgeschrieben worden. Die jetzt veröffentlichten Empfehlungen der Strahlenschutzkommission weist das BfS als veraltet zurück. Um Bevölkerung und Umwelt vor Schäden zu bewahren, komme nach jetzigem Stand von Forschung und Technik weiterhin nur die Rückholung des Mülls infrage, so das BfS. Daran werde auch unverändert gearbeitet.

Umweltministerium hält an Bergung fest

Das BfS liegt mit dieser Einschätzung auf einer Linie mit dem Bundesumweltministerium. Ein Sprecher von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte, das Ministerium sehe keinen Anlass, sich von der gesetzlichen Verpflichtung zur Bergung der Asse-Fässer zu verabschieden. Das Gesetz schreibe allerdings vor, dass die Rückholung des Atommülls abgebrochen werden müsse, wenn deren Durchführung aus radiologischen oder sonstigen sicherheitsrelevanten Gründen nicht vertretbar sei.

Weitere Informationen

Weiter vermehrt Schilddrüsenkrebs in Asse

In der Samtgemeinde Asse bei Wolfenbüttel sind doppelt so viele Menschen an Schilddrüsenkrebs erkrankt wie statistisch erwartet. Die Leukämie-Fälle nahmen laut Krebsregister ab. (06.12.2016) mehr

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.12.2016 | 11:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

03:41

Streit um Kosten für Straßenausbau in Springe

21.10.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen