Stand: 15.09.2017 16:17 Uhr

Echt jetzt? "Wilder Stinker" soll für Harz werben

Wer hat's erfunden? Die Harzer. Käthe Neukirch präsentiert den kulinarischen Weckruf für den Harz-Tourismus: "Wilder Stinker".

Obelix hätte wohl seine helle Freude an diesem Gericht: Wildschwein mit Kräutern in Bratwurstform, dazu Pommes, Currysoße und Röstzwiebeln. Nicht nur der Gallier liebt die schlichte Komposition - Currywurst und Pommes gehören ganz oben auf die Liste der Kantinenklassiker und Imbissbudenschlager. Mit Küchenkultur lässt sich die Speise dagegen sicher nicht in Verbindung bringen. Doch dem Harzer Tourismusverband ist das egal: Er verkauft den Fast-Food-Klassiker nun als Regionalgericht "Wilder Stinker", lässt die Wurst zuvor mit Beerenlikör übergießen und schließlich mit Harzer Käse überbacken. Guten Appetit!

Harzer Käse durch Harzer Käse ersetzt

Das Rezept für das Gericht stammt von der 91-jährigen Herzbergerin Käthe Neukirch. Sie konnte mit ihrem Vorschlag in einem Ideen-Wettbewerb Dutzende Mitbewerber schlagen. Er könne sich gut vorstellen, dass sich der "Wilde Stinker" durchsetzt, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Harzer Tourismusverbands, Andreas Lehmberg. "Und es wäre schön, wenn unsere Gäste den Harz künftig kulinarisch mit etwas anderem verbinden würden als immer nur mit Harzer Käse." Statt des für seinen derben Geruch bekannten Käses soll es nun die Currywurst richten, überbacken mit - Harzer Käse.

Jäger kommen kaum mit Schießen hinterher

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Sieht der Currywurst verblüffend ähnlich, ist auch eine: Der "Wilde Stinker" soll bald die Massen in den Harz locken.

Immerhin: "Stinker"-Erfinderin Neukirch war nach der Verkostung am Freitag sehr zufrieden. "Das haben sie gut hingekriegt", sagte die 91-Jährige über die Zubereitung ihres Rezeptes. Ihr selbst gefalle an der Wildschweinbratwurst besonders, "dass sie nicht so fett ist". Dass der Rohstoff-Nachschub für das neue Regionalgericht jemals ausgehen könnte, glaubt Fleischermeister Lars-Oliver Eggers aus Osterode übrigens nicht. Im Harz und seinem Vorland gebe es inzwischen so viele Wildschweine, dass die Jäger mit dem Schießen überhaupt nicht mehr hinterher kämen.

Auch in Tirol und Offenbach stinkt es

Ganz allein steht der Harz mit der essbaren Geruchsbelästigung nicht: Auch andere Regionen werben mit Essen, das zum Himmel stinkt. Beim "Großen Stinker" etwa handelt es sich um einen würzigen Tiroler Alpenweichkäse. Und vornehmlich in Hessen wird als "Offenbacher Stinker" ein in Ei panierter Handkäse mit einer Soße aus Meerrettich, Äpfel und Sahne serviert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 15.09.2017 | 17:00 Uhr