Stand: 15.01.2016 16:49 Uhr

Die Goldene Kamera von Salzgitter

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Nicht nur in Salzgitter wird dieser Anblick für viele Autofahrer teuer. (Themenbild)

Eine Million Euro hat die Stadt Salzgitter im vergangenen Jahr an einem einzigen Blitzer verdient. Tausende Autofahrer fuhren an der erst im Mai installierten Geschwindigkeits-Messanlage an der Industriestraße Mitte, direkt an der Autobahnauffahrt Salzgitter-Lebenstedt, schneller als die erlaubten 60 Stundenkilometer. Und mussten dafür anschließend teils kräftig in die Tasche greifen.

Der lukrativste Blitzer Salzgitters

Der goldene Blitzer sichert allein 40 Prozent der städtischen Gesamteinnahmen aus Verwarn- und Bußgeldern. Dass ein einzelnes Gerät eine solch hohe Summe erzielt, verwundert Wolfram Skorczyk, Salzgitters Fachbereichsleiter Bürgerservice und Ordnung, nicht: "Das ist vor dem Hintergrund einer permanenten Betriebszeit rund um die Uhr gar nicht überraschend." Die meisten anderen Buß- und Verwarngelder würden "bei punktuellen Überwachungen und Kontrollen" fällig, sagte er gegenüber NDR.de.

Ein zweiter Blitzer verdient zu wenig

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"Die Anlage leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit": Salzgitters Fachbereichsleiter Bürgerservice und Ordnung, Wolfram Skorczyk. (Archivbild)

Es gibt zwar noch einen weiteren stationären Blitzer in Salzgitter-Bad an der B 6 / Gitterknoten in Richtung Hildesheim, der in beiden Fahrtrichtungen die Geschwindigkeit misst. Hier kamen 2015 lediglich 348.000 Euro zusammen. Fachbereichsleiter Skorczyk geht aber davon aus, dass die städtischen Einnahmen bald auch hier wieder steigen: Die geringeren Erträge seien auf eine Fahrbahnverengung zurückzuführen, sagt er. Autofahrer seien dadurch langsamer unterwegs. Sobald der Verkehr wieder zweispurig fahre, werde diese Messstelle "Geschwindigkeitsüberschreitungen in vergleichbarer Höhe" wie der lukrativere Standort an der Industriestraße registrieren. Wer dort zu schnell fahre, sei ohnehin selbst schuld, sagt Fachbereichsleiter Skorczyk. Schließlich stehe die Anlage gut sichtbar auf der Mittelinsel zwischen beiden Fahrtrichtungen: "Einem aufmerksamen Verkehrsteilnehmer dürfte an dieser Stelle eine Geschwindigkeitsüberschreitung nicht unterlaufen."

Anlage reduziert laut Verwaltung Zahl der Unfälle

Dass Sinn und Zweck von Blitzern in Foren und auf Facebook heiß diskutiert werden, weiß Fachbereichsleiter Skorczyk. Wenn ein einzelnes Gerät eine besonders hohe Summe einspielt, trägt das noch mehr zum Verdruss vieler Autofahrer bei. Allerdings betont Skorczyk, dass just an dem Standort Industriestraße immer wieder Unfälle passiert seien, obwohl schon seit Jahren Tempo 60 angeordnet ist. "Eine dem Verkehrsaufkommen angemessene Kontrolldichte war mit mobiler Verkehrsüberwachung nicht zu gewährleisten", erklärt er. Seit Errichtung der Anlage im Frühjahr 2015 hätten sich im Umfeld keine Verkehrsunfälle mehr ereignet: "Die Anlage leistet daher einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, dazu ist sie auch beschafft und an diesem Standort errichtet worden."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.01.2016 | 14:00 Uhr