Stand: 06.03.2016 11:48 Uhr

Der Feind in meinem Horst

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Sie sind wieder vereint: "Fridolin" (l) und "Friederike".

Ein richtiger Strolch, dieser Storch: Anfang Februar ist "Fridolin" aus dem Süden auf seinen Stamm-Horst in Leiferde zurückgekehrt, von "Friederike", seiner Partnerin im vergangenen Jahr zunächst keine Spur. Doch ihre Abwesenheit verbrachte der Weißstorch nicht etwa in verzehrender Sehnsucht - ganz im Gegenteil: "Fridolin" ließ sich auf seinem Horst auf dem Schornstein des NABU-Artenschutzzentrums von Weißstörchin "Nummer 5x573" bezirzen, wie Leiterin Bärbel Rogoschik beobachtet hat. "Er konnte den Schnabel nicht von ihr lassen, paarte sich einige Male mit ihr und war auf Wolke sieben", berichtet der NABU. Das enthemmte Liebesglück währte bis zum vergangenen Donnerstag. Dann kam "Friederike" zurück.

Kampf im Horst

Während einer Führung betrachtete Rogoschik das Weißstorchenpaar auf dem Schornstein: "Ich erzählte den Kindern soeben von dem Ring, den 'Nummer 5x573' trägt. Doch bei näherer Betrachtung war kein Ring am Bein eines Storches zu sehen, was mich sehr erstaunte." Zuvor hatte es auf dem Nest laut Rogoschik eine Attacke gegeben - "Friederike" hatte die Konkurrentin offenbar aus dem Nest vertrieben und sich "Fridolins" Zuneigung sprichwörtlich erkämpft. Nun ist das Storchenpaar vom vergangenen Jahr wieder vereint.

Neues Jahr, altes Glück

Und "Nummer 5x573"? Die stand laut Rogoschik nach der Attacke ziemlich bedröppelt auf dem Acker hinter dem Artenschutzzentrum. Bereits am nächsten Morgen soll sie das Gelände verlassen haben. Mitleid haben muss man mit der Storchendame allerdings nicht: Wie Storchenbetreuer Hans-Jürgen Behrmann berichtet, ist sie nach Vollbüttel im Landkreis Gifhorn geflogen - zu ihrem Partner vom vergangenen Jahr.

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