Stand: 02.02.2016 12:12 Uhr

Brand in Leiferde: Zweijähriger stabil

Nach dem Brand eines Wohn- und Bürogebäudes in Leiferde (Landkreis Gifhorn) ist der Gesundheitszustand des schwer verletzten zweijährigen Jungen stabil. Das bestätigte die Polizei in Gifhorn. Allerdings konnte ein Sprecher nicht bestätigen, dass sich das Kind außer Lebensgefahr befinde. Dazu hätten die Ermittler zurzeit keine neuen Erkenntnisse. Eine Familienangehörige hatte auf der Internetplattform Facebook mitgeteilt, dass der Zweijährige nicht mehr in Lebensgefahr schwebe. Der Junge hatte am Sonntag bei dem Feuer eine schwere Rauchgasvergiftung und Brandverletzungen erlitten und war in eine Spezialklinik in Hannover geflogen worden. Ein anderthalbjähriges Mädchen starb bei dem Feuer. Zwei Erwachsene, entgegen erstlautender Meldungen kein Ehepaar, sondern Geschwister, konnten sich mit einem Neugeborenen auf das Dach des brennenden Hauses retten - sie wurden leicht verletzt. Die Braundursache ist weiterhin unklar. Laut Polizei wollen Brandermittler den Unglücksort am Mittwoch untersuchen.

Rollläden mussten aufgebrochen werden

Nachbarn hatten am Sonntagmorgen das Feuer entdeckt und die Rettungskräfte alarmiert. Einer der Nachbarn sei selbst Feuerwehrmann gewesen, so Polizeisprecher Reuter. Gemeinsam hätten die ersten Helfer vor Ort schon mit der Rettung der Familie begonnen, bevor die Einsatzkräfte eintrafen. Die 23-Jährige, ihr 21-jähriger Bruder und dessen einen Monat altes Baby konnten so vom Dach gerettet werden. Sie erlitten leichte Rauchgasvergiftungen. Im Haus befanden sich aber noch die beiden Kleinkinder: die anderthalbjährige Tochter der Frau und der zweijährige Sohn des Mannes. Um sie zu befreien, mussten die geschlossenen Rollläden vor den Fenstern aufgebrochen werden, so Reuter. Die Einsatzkräfte fanden die Kinder leblos; beide mussten vor Ort reanimiert werden. Das Mädchen starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Erwachsenen und das Baby wurden ebenfalls ins Krankenhaus gebracht und von einem Notfallseelsorger betreut.

Rund 230 Feuerwehrleute im Einsatz

Die Wohnung wurde bei dem Feuer laut Polizei komplett zerstört. Auch Geschäftsräume im Erdgeschoss seien beschädigt worden. Rund 230 Feuerwehrleute waren im Einsatz; 30 Mitglieder der Schnelleinsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) betreuten Opfer und Einsatzkräfte. Warum das Feuer in der Wohnung ausbrach, ist noch unklar. Experten werden in den kommenden Tagen nach der Ursache suchen. Am Wohnhaus entstand ein Schaden in Höhe von rund 200.000 Euro. Es ist durch Brand- und Löschwasserschäden bis auf Weiteres nicht bewohnbar.

In einer bereits kurz nach dem Brand gegründete Facebook-Gruppe sammeln Freunde und Angehörige der betroffenen Familie Sach- und Geldspenden. Die Gruppe hat inzwischen mehr als 750 Mitglieder.

Tragödie nach Brand in Leiferde

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.02.2016 | 11:00 Uhr