Stand: 13.07.2017 14:57 Uhr

81-Jähriger soll Waffen im Darknet gekauft haben

Mit den Waffen wolle er auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, gab der 81-Jährige bei der polizeilichen Vernehmung an.

Bei einem 81-Jährigen Mann aus dem Landkreis Northeim haben Zollfahnder sieben Schusswaffen und 120 Schuss Munition sichergestellt. Bei der Aktion in drei Bundesländern, die sich gegen den illegalen Waffenhandel im sogenannten Darknet richtete, wurden auch bei einem 54 Jahre alten Mann aus Dortmund und einem 46-Jährigen aus Rheinland-Pfalz Waffen und Munition sichergestellt. Insgesamt fanden die Zollfahnder bei den drei Männern 17 Waffen, mehr als 2.300 Schuss Munition, Messer, Schlagringe sowie mehr als 2.700 pyrotechnische Gegenstände.

Waffen für 25.000 Euro bestellt?

Die drei Männer sollen die Waffen und die Munition im Wert von rund 25.000 Euro im Darknet, einem anonymen Teil des Internets, bestellt haben, wie das Zollfahndungsamt in Frankfurt am Donnerstag mitteilte. Der 81-Jährige aus dem Landkreis Northeim bewahrte einen Teil seiner Waffen laut Zoll schussbereit auf. Gegenüber den Fahndern habe er angegeben, dass er auf alle Eventualitäten vorbereitet sein wollte, deshalb habe er sich ein Waffenarsenal zugelegt, so ein Sprecher des Zollfandungsamtes. Die drei Tatverdächtigen seien zunächst festgenommen worden, sie seien inzwischen aber wieder auf freiem Fuß.

Zoll: "Bislang einmalig"

Der Sprecher erklärte, er habe bislang noch keinen Fall erlebt, bei dem ein 81-Jähriger im Darknet Waffen bestellt habe. "Das ist außergewöhnlich." Die Durchsuchungen waren bereits im Mai und Juni.

Stichwort: Darknet

Im sogenannten Darknet ("dunkles Netz") können sich Internetnutzer anonym bewegen. Der nur über Anonymisierungsdienste erreichbare Bereich des Internets wird häufig von Kriminellen genutzt, aber auch von Menschen, die viel Wert auf ihre Privatsphäre legen oder in einem repressiven politischen System leben. Zugangsvoraussetzung ist eine Anonymisierungssoftware, etwa die Freeware "Tor". Damit werden Datenpakete zwischen Tor-Servern verschlüsselt weitergeleitet. Jeder Server kennt so nur seinen Vorgänger und seinen Nachfolger, aber nicht die gesamte Verbindung von einem zum anderen Ende. Dadurch wird die IP-Adresse des Nutzers getarnt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.07.2017 | 13:00 Uhr

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