Stand: 07.01.2016 14:59 Uhr

50 VW-Mitarbeiter sagen zum Abgas-Skandal aus

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VW kommt nach eigenen Angaben bei der Aufklärung des Abgas-Skandals voran.

Die Kronzeugenregelung bei Volkswagen zur Aufklärung der Abgasaffäre zeigt nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" (SZ) erste Erfolge. Knapp 50 Mitarbeiter hätten sich zu den Manipulationen geäußert. Nun könne den Vorgängen um die gefälschten Abgastests auf den Grund gegangen werden, heißt es aus Konzernkreisen. Interne Ermittler hatten die Befragungen durchgeführt. Die Ergebnisse sollen nun analysiert werden. Vor zwei Monaten hatte der VW-Vorstand die Mitarbeiter aufgerufen, zur Aufklärung der Abgas-Affäre beizutragen. Im Gegenzug sicherte die Konzernspitze zu, keine Kündigungen oder Schadenersatzforderungen gegen Angestellte auszusprechen, die an dem Manipulationen beteiligt waren oder davon wussten.

Komplette Rücknahme in den USA

Volkswagen ruft von Ende dieses Monats an in Deutschland 2,4 Millionen Autos in die Werkstätten, um die Abgasmanipulationen zu beheben. In den USA geben sich die Behörden nur mit einem Rückruf nicht zufrieden. Laut SZ rechnet VW damit, etwa 115.000 Dieselfahrzeuge komplett zurücknehmen zu müssen. Die Besitzer sollen den Kaufpreis erstattet oder deutlich vergünstigt neue Wagen bekommen. Auch bei den restlichen 580.000 betroffenen Wagen in den USA dürfte ein rascher und kostengünstiger Rückruf kaum möglich sein. Im Konzern rechne man mit größeren Umrüstungen, die hohe Materialkosten und lange Werkstatt-Zeiten erforderten, hieß es in dem Bericht.

Der Artikel war offenbar mit ein Grund für den Kursverlust der VW-Vorzugsaktie an der Börse, die am Donnerstag wegen eines Kurseinbruchs in China ohnehin unter Druck stand.

Zusammenarbeit mit Magna in Osnabrück?

Unterdessen ist bekannt geworden, dass VW und der Zulieferer Magna am Standort Osnabrück offenbar zusammenarbeiten wollen. Dies berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" und beruft sich auf entsprechende Gespräche. Demnach könnten die VW-Mitarbeiter in Osnabrück auch für den österreichischen Zulieferer produzieren. Hintergrund ist die mangelnde Auslastung des VW-Standortes in Osnabrück. Ein Verkauf des Werkes stehe aber nicht zur Debatte, so ein VW-Sprecher. Aus Unternehmenskreisen heißt es zudem, dass eine Zusammenarbeit von VW und Magna frühestens 2017 Realität werden könne.

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NDR Info | Aktuell | 07.01.2016 | 07:00 Uhr