Stand: 13.03.2016 18:57 Uhr

13-Jährige bei Hunde-Handling-WM in England

von Tino Nowitzki

Nach der Schule gibt es für Lena Koschmann aus Königslutter eigentlich nur ein Ziel: ihre Pudeldamen "Fame" und "Evi". Stundenlang beschäftigt sich die 13-Jährige mit ihren Hunden. Und das so erfolgreich, dass sie im letzten Jahr sogar einen Titel gewonnen hat: Lena ist Deutsche Meisterin im sogenannten Junior-Handling. Deshalb war sie am Wochenende in Birmingham in England, um sich bei der "Crufts", der Weltmeisterschaft in dieser Disziplin, mit Titelträgern aus 44 weiteren Ländern zu messen. Für einen Podestplatz hat es am Ende zwar nicht gereicht, schön war es aber trotzdem: "Ich bin richtig froh, dass ich da war. Die Halle, das Publikum, die Atmosphäre, die anderen Teilnehmer: Alles war echt richtig toll."

Ein Mädchen posiert mit einem schwarzen Pudel im Arm. © NDR Fotograf: Tino Nowitzki

Lena vertritt Deutschland bei Hundesport-WM

Die 13-jährige Lena aus Königslutter (Landkreis Helmstedt) hat ein Händchen für Hunde. So gewann sie die deutsche Meisterschaft im "Junior Handling" und tritt 2016 bei der WM für Deutschland an.

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"Fame" und "Evi" müssen zuhause bleiben

Gemeinsam mit Mama, Papa und ihrer Zwillingsschwester ist Lena am Wochenende nach Birmingham gereist - "Fame" und "Evi" allerdings mussten zu Hause bei Oma und Opa bleiben. Grund ist eine Regel im Wettbewerb: Kein Teilnehmer darf mit seinem eigenen Hund an den Start gehen - das wäre viel zu leicht. Stattdessen musste sich Lena vorher zwei Wunschkandidaten aussuchen. An einem der beiden, einem schwarzen Großpudel namens "Rita" zeigte sie am Sonnabend in Birmingham, was sie im Umgang mit Hunden schon alles kann. Und das scheint einiges zu sein. "Sie hat auch viel Lob von Betreuern aus anderen Ländern bekommen", erzählt Lenas Mutter stolz. Und Lena selbst fügt - nicht minder stolz - hinzu: "Die Trainierin der neuseeländischen Teilnehmerin war ganz erstaunt, dass ich erst 13 bin und hat gesagt, dass ich noch viel vor mir habe." Das tröstet über die Tatsache hinweg, dass die Sieger am Ende Niederlande, Polen und Estland hießen.

Ursprung in den USA

Hunde, die durch brennende Reifen springen oder auf zwei Beinen laufen sucht man beim Junior-Handling vergebens. Bei dem Sport, der seinen Ursprung in den USA hat, sollen junge Menschen lernen, Hunde bei Ausstellungen richtig vorzuführen. Auf und ab laufen, in bestimmten Mustern spazieren - das gehört genauso dazu, wie die Pfoten der Vierbeiner im korrekten Winkel hinzustellen oder das Fell so zu bürsten, dass es den richtigen Wow-Effekt hat.

Liebe zu Hunden liegt in der Familie

Lena kam vor knapp eineinhalb Jahren dazu, mehr durch Zufall, wie sie sagt: "Ich hatte einfach Langeweile und wurde gefragt, ob ich es machen will." Hunde hat sie natürlich schon vorher gemocht. Nicht nur, weil ihre Mutter einen Friseur-Salon für Vierbeiner betreibt, sondern auch, weil für Lena die Tiere einfach ein faszinierendes Wesen haben. "Wenn ich traurig bin, gehe ich zu meinen Hunden und schon geht es mir besser", sagt sie.

Spaß steht im Vordergrund

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Diesen goldenen Pokal bekam Lena Koschmann für ihren Sieg bei der Deutschen Meisterschaft.

Diese besondere Beziehung erkannten auch die Wertungsrichter bei der Deutschen Meisterschaft im vergangenen Jahr. Lena glaubt, dass es nicht nur gute Leistungen waren, die ihr den Sieg bescherten. Vor allem ihr liebevoller Umgang mit Tieren sei es gewesen, der die Jury überzeugte. Sauer werden, ausschimpfen, nur weil ein Hund vielleicht mal nicht das macht, was man will - das ist der Schülerin fremd, sagt sie. "Am Ende macht der Hund nie etwas falsch", sagt sie. "Es sind immer die Menschen."