Stand: 06.01.2016 09:33 Uhr

Züge nach Ostfriesland fahren wieder - bedingt

Noch immer sorgen Schnee, Eis und frostige Temperaturen für Behinderungen im Bahnverkehr. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, fahren die IC-Züge aus Richtung Ruhrgebiet heute nur bis nach Leer, die IC-Züge aus Bremen enden in Oldenburg. Reisende, die aus Emden losfahren oder Ostfriesland erreichen wollen, sind auf Züge des Regionalverkehrs angewiesen. Wegen der derzeitigen Straßenverhältnisse könne zwischen Emden und Norddeich derzeit kein Bus-Ersatzverkehr angeboten werden, so die Bahn. Dies könne sich aber ändern, sobald sich die Wetterlage entspannt. Am Dienstag war die Strecke zwischen Norddeich-Mole und Emden wegen Blitzeises zeitweise komplett gesperrt.

Winter-Odyssee mit der Bahn

Auf der Strecke zwischen Norddeich und Emden hatte es bereits am Sonntag wegen des Eisregens massive Probleme gegeben. Es war der Beginn einer Odyssee: Als die Fahrgäste am Sonntagnachmittag in Norddeich-Mole in den IC 2203 steigen, sind einige der 600 Bahnreisenden im vollbesetzten Zug wahrscheinlich bereits genervt. Denn der Intercity macht sich mit etwa dreistündiger Verspätung auf den Weg Richtung Köln. Doch was in den nächsten 22 Stunden folgt, lässt die erste Verspätung zur Lappalie werden. Denn schon kurz vor Emden ist Ende der Reise. Der Eisregen lässt ganz Ostfriesland gefrieren und zwar samt der elektrischen Oberleitungen. Auf offener Strecke bleibt der IC liegen. "Dort war es zu gefährlich zum Aussteigen, das Gelände war abschüssig und überfroren", sagt ein Bahnsprecher später. Es dauert Stunden, bis eine Ersatzlok den gestrandeten Zug zunächst nach Marienhafe und später zurück nach Norddeich schleppen kann.

Schnee-Chaos: Zuggäste übernachten in Reederei-Halle

22 Stunden Verspätung - und noch ein ungeplanter Stopp

Frust bei den Fahrgästen. Sie beklagen vor allem, dass es keine Informationen darüber gibt, wie es weitergeht. Viele sprechen von "Chaos" bei der Bahn. Zwischenzeitlich versorgen Helfer von Rotem Kreuz, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk die Passagiere mit warmem Essen und Getränken. Es folgt: eine Nacht im beheizten Zug, auf Feldbetten in einer Halle der Reederei Norden-Frisia oder im Hotel. Bis dahin sei die Stimmung im Zug dennoch die ganze Zeit über gut gewesen, berichten die Gestrandeten später. Das ändert sich dann aber am Montagvormittag: Zunächst kann der Intercity in Richtung Köln weiterfahren. Doch schon in Emden muss er seine Reise erneut unterbrechen. Grund für diesen weiteren ungeplanten Stopp: eine Weichenstörung. Gegen Mittag kann die Panne behoben werden. Es geht Richtung Köln. Endlich.

Blitzeis stoppt weiteren IC

Auch ein IC von Köln nach Emden war am Sonntagabend auf offener Strecke liegen geblieben, und zwar einen Kilometer vor dem Bahnhof Emden. Grund war vermutlich eine eingefrorene Weiche. Hier hatten die Passagiere mehr Glück, sie konnten den Zug verlassen. Anders als geplant verlief die Ankunft in Emden allemal: "Die Passagiere sind die kurze Strecke bis nach Emden zu Fuß gegangen", sagte ein Bahnsprecher.

Verkehrsminister Lies ärgert sich über die Bahn

Im Bremer Hauptbahnhof strandeten in der Nacht zu Montag ebenfalls viele Zugreisende, unter ihnen auch Olaf Lies (SPD), Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Er machte seinem Ärger per Facebook Luft. "Was für ein Chaos bei der Bahn. Stehe mit Hunderten Fahrgästen auf dem Bahnhof in Bremen", schrieb er am Sonntagabend. "Es geht nichts ... in keine Richtung. Sollten wir etwa Winter haben und keiner hat es gewusst?"

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.01.2016 | 12:00 Uhr