Stand: 12.10.2015 01:00 Uhr

Winterkorn soll alle VW-Ämter abgeben

von Klaus Ott, SZ, Peter Hornung, NDR Info
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Winterkorn könnte auch seine anderen Posten im VW-Konzern bald los sein.

Es ist gerade knapp drei Wochen her, da wandte sich Martin Winterkorn als VW-Chef an die Öffentlichkeit. Er wolle die Hintergründe des Skandals um die Dieselmotoren "schonungslos aufklären", sagte er in einer Videobotschaft. Als VW-Vorstandsvorsitzender wird er dies nicht mehr tun - von diesem Amt ist er schon vor zweieinhalb Wochen zurückgetreten - und auch nicht in einer anderen Funktion im Volkswagen-Konzern. Denn nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" wird sich Winterkorn in Kürze von allen seinen Ämtern zurückziehen.

Winterkorn sitzt in drei Aufsichtsräten und ist Chef der Familien-Holding

Er habe seine Lage analysiert, heißt es aus Konzernkreisen. Er klebe nicht an seinen Ämtern. Deshalb werde er dem Aufsichtsrat der Volkswagen AG wahrscheinlich den Verzicht auf alle Posten anbieten. Und das sind nicht wenige: Er ist Aufsichtsratschef bei Audi und der Lastwagentochter von VW, er ist Aufsichtsrat bei Porsche und er ist Chef der Familien-Holding, in der die Porsches und Piechs ihre Anteile der Volkswagen AG gebündelt haben - eine immens wichtige Firma mit großem Einfluss auf den VW-Konzern. Der neue VW-Chef Matthias Müller ist in der Familien-Holding nur einer der Vorstände, Winterkorn derzeit dort noch sein Chef.

Land und IG Metall bestehen auf kompletten Rückzug

Das Land Niedersachsen, zweitgrößter VW-Aktionär, hatte Winterkorn zu verstehen gegeben, dass er die Posten aufgeben müsse. Es sei Zeit für einen "kompletten Rückzug" - so hieß es auch aus der IG Metall. Ganz verzichten auf Ämter wird der 68-Jährige übrigens nicht. Beim FC Bayern will er Aufsichtsrat bleiben. Dieser Posten aber ist nicht an VW gebunden.

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