Stand: 09.02.2016 07:20 Uhr

Wenzel: Weniger Länderegoismus, mehr Hafenkooperation

Sechs Tage lang steckte das Containerschiff "Indian Ocean" im Schlick der Elbe fest. Erst beim dritten Versuch gelang es, den 400 Meter langen Frachter wieder zurück in die Fahrrinne zu ziehen. Mittlerweile hat er sein Ziel, den Hamburger Hafen, erreicht. Für Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) zeigt der Vorfall, dass Hamburg bei solch großen Schiffen an seine Grenzen stößt. "Wenn sich das Schiff quer in die Fahrrinne gelegt hätte, wäre Hamburg tagelang blockiert gewesen", sagte Wenzel auf NDR Info. Aus Sicherheitsgründen sollten daher diese großen Frachter im Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven fest machen.

Wenzel plädierte für eine bessere Zusammenarbeit der norddeutschen Länder. "Da hat jeder seine Stärken. Die Hamburger haben starken Loco-Verkehr, also viel was auch im Hinterland weiterverarbeitet wird, sie haben auch gute Hinterlandverbindungen. Aber es gibt eben auch andere Häfen, die sehr große Tiefgänge haben."

Elbvertiefung sieht Wenzel kritisch

Bisher hätten "Länder-Egoismen" leider eine große Rolle gespielt. "Das hat dazu geführt, dass jeder seinen Fluss einzeln ausgebaggert hat. Da kommen wir mittlerweile aber an Grenzen, die uns die Natur setzt. Wir müssen mit Meeresspiegelerhöhungen rechnen, wir müssen die Deichsicherheit garantieren. Wir haben es mit erheblichen Schlickmengen zu tun, die gebaggert werden müssen, was immense Kosten verursacht", sagte Umweltminister Wenzel.

Die geplante Elbvertiefung sieht Wenzel entsprechend kritisch. "Ich glaube, dass da Grenzen erreicht sind", sagte der Grünen-Politiker. Entscheidend sei nun das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts.

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NDR Info | 09.02.2016 | 07:23 Uhr