Stand: 13.08.2017 13:59 Uhr

Tief durchatmen: Pegelstände sinken wieder

Diese Aussichten hatten bei vielen Menschen im Süden Niedersachsens Beklemmung ausgelöst: Schon wieder war an diesem Wochenende Dauerregen angesagt. Die Erinnerung an das Hochwasser vor zwei Wochen war noch sehr präsent. Und tatsächlich schwollen am Sonnabend die Flüsse wieder an, an Schunter, Leine und Fuhse wurde sogar teilweise Meldestufe 3 überschritten. Doch dramatisch über die Ufer gingen sie diesmal nicht - und inzwischen kann auch wieder Entwarnung gegeben werden. In den Oberläufen von Leine und Oker sowie an ihren Nebenflüssen entspanne sich die Lage, teilte der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit. Einen aktuellen Überblick über die Pegelstände bietet der NLWKN auf seiner Webseite.

Leine, Oker und Zuflüsse waren angeschwollen

In Braunschweig wurde demzufolge noch nicht einmal Meldestufe 2 erreicht. Der Scheitelpunkt der Leine in Hannover-Herrenhausen lag zuletzt bei 4,91 Meter. Dort galt am Wochenende zwar ebenso wie an der Fuhse in Peine und der Schunter für kurze Zeit Meldestufe 3. Doch das Ausmaß der Hochwasserwelle Ende Juli war den Experten des NLWKN zufolge zu keinem Zeitpunkt zu erwarten gewesen. Die Pegel der Leine bei Herrenhausen und Neustadt sowie der Oker und deren Zuläufen wie Innerste und Schunter waren zuvor am frühen Samstagabend noch gestiegen. In der Regel würden dann land- und forstwirtschaftliche Flächen überspült, teilweise auch Straßen, sagte NLWKN-Sprecher Achim Stolz. Wohngebiete seien normalerweise erst ab Stufe 3 betroffen.

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Antrag auf Soforthilfe für Hochwasseropfer jetzt online

Opfer des Hochwassers vom Juli haben unterdessen die Möglichkeit, einen Antrag auf finanzielle Unterstützung zu stellen. Ab einem Mindestschaden in Höhe von 5.000 Euro können Privathaushalte demnach maximal 2.500 Euro bekommen, pro erwachsener Person gibt es 500 Euro, pro Kind 250 Euro. Doch die Hochwasserhilfen in Höhe von 50 Millionen Euro - darin die Soforthilfen - müssen erst noch beschlossen werden. Das soll voraussichtlich in der kommenden Woche passieren. Wann das Geld ausgezahlt wird, ist aber noch unklar.

Anwohner in Existenznöten

Und das ist für einige Geschädigte möglicherweise fatal: So kommen aus dem Landkreis Hildesheim Forderungen, das Geld so schnell wie möglich an die Opfer zu zahlen. Einige Anwohner stünden vor den Scherben ihrer Existenz, so eine Sprecherin der Bürgerinitiative Hochwasserschutz in Bad Salzdetfurth. Denn nicht jeder sei versichert. Dort wie auch in Holle müssten wohl Häuser abgerissen werden, befürchtet das Kreis-Umweltdezernat. Weitere Informationen zur Soforthilfe und das entsprechende Antragsformular sind auf der Webseite des Landes zu finden.

Es wird schön - für kurze Zeit

Für die kommenden Tage kündigt der Deutsche Wetterdienst (DWD) nun sogar Hoffnung an: Am Sonntag war es schon deutlich trockener, für Montag und Dienstag ist eine weitere Wetterberuhigung angesagt. Spätestens am Montag bringe Hoch "Lisa" sogar vorerst schönes Sommerwetter nach Niedersachsen, sagte DWD-Meteorologe Robert Scholz. Am Montag werde es sonnig, mit Höchstwerten von 22 Grad an der Nordsee und 25 Grad im Süden Niedersachsens. Mitte der Woche wird es wieder wechselhafter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.08.2017 | 14:00 Uhr

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