Stand: 13.11.2017 14:58 Uhr

Stickoxide sind ein landesweites Problem

Das Problem der Stickoxid-Belastungen in niedersächsischen Städten und Gemeinden ist offenbar deutlich größer als bislang angenommen. Eine vom Umweltministerium beauftragte Studie des Hildesheimer Gewerbeaufsichtsamtes zeigt, dass es insgesamt 43 Kommunen potenzielle Gefahrenpunkte - sogenannte Hotspots - gibt. Darunter sind neben Städten wie Hannover, Oldenburg und Osnabrück, wo ein Überschreiten der Grenzwerte bereits amtlich gemessen wurde, auch viele kleinere Orte wie Barnstorf (Landkreis Diepholz) oder Buchholz in der Nordheide (Landkreis Harburg).

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Stickoxid-Grenzwerte überschritten

13.11.2017 18:00 Uhr
Niedersachsen 18.00 Uhr

Wie eine neue Studie besagt, überschreiten auch kleinere Kommunen den Stickoxid-Grenzwert. Nicht nur, wie zuvor angenommen, die fünf größten Städte Niedersachsens. Video (01:20 min)

Wenzel fordert schnelles Handeln

"Die Untersuchung bestätigt leider unsere Befürchtung, dass die Belastungen der Luft umfassender und weitreichender sind als bislang ermittelt", sagte der scheidende Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Deshalb müssten jetzt schnell Maßnahmen getroffen werden, um gesunde Lebensverhältnisse für die Bürger zu gewährleisten. Wenzel forderte den Bund zum Handeln auf. Die Verkehrswende müsse auf der Agenda der neuen Regierung nach vorne rücken.

Behörde errechnet Schadstoffrisiko

Das Hildesheimer Gewerbeaufsichtsamt hat seit 2013 landesweit umfangreiche Daten zu Verkehrsdichte, Bebauungssituation und Windaufkommen ausgewertet, um das mögliche Schadstoffrisiko zu errechnen. In 29 Gemeinden könne demnach der zulässige Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten werden, in 14 Gemeinden drohen sogar Werte von mehr als 50 Mikrogramm. Laut Umweltministerium sollen an den Risikopunkten nun aktuelle Verkehrsdaten erhoben und bei Bedarf auch Messungen durchgeführt werden, um festzustellen, ob tatsächlich Grenzwerte überschritten würden. Sollte dies der Fall sein, wären die Kommunen zu geeigneten Gegenmaßnahmen verpflichtet. Denkbar sind auch Fahrverbote für Dieselfahrzeuge.

Hannover und Oldenburg erwägen Maßnahmen

Erst vor wenigen Tagen hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) angekündigt, unter anderem die Stadt Hannover wegen zu hoher Stickoxid-Werte zu verklagen. In der Landeshauptstadt, aber auch in Oldenburg, Osnabrück, Hildesheim und Hameln war 2016 bei amtlichen Messungen der Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickoxide pro Kubikmeter Luft überschritten worden. Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) fordert deshalb nun die Einführung der Blauen Plakette, mit der Dieselfahrzeuge aus bestimmten Innenstadt-Zonen verbannt werden würden. Oldenburg plant die Einrichtung einer Umweltzone. Dieselfahrzeuge mit roter oder gelber Plakette dürften dort dann nicht mehr fahren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 13.11.2017 | 17:00 Uhr

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