Stand: 05.02.2016 19:13 Uhr

Stehen in der Metallbranche Jobs auf dem Spiel?

Erstmals seit 2009 steht in der niedersächsischen Metallindustrie wohl ein Stellenabbau bevor. Einer Umfrage der Arbeitgebervereinigung NiedersachsenMetall zufolge, die am Freitag vorgestellt wurde, wollen nur 16 Prozent der Betriebe neue Mitarbeiter einstellen. Rund 30 Prozent dagegen wolle frei werdende Stellen nicht neu besetzen oder sogar Arbeitsplätze streichen.

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NiedersachsenMetall: Betriebe durch Krisen verunsichert

Besonders betroffen sind demnach Betriebe, die die Öl- und Gasindustrie beliefern - denn dort kriselt es. Metallbetriebe seien verunsichert, erklärte NiedersachsenMetall-Chef Volker Schmidt: Es gebe Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten und eine Rezession in wichtigen rohstoffabhängigen Märkten. Schmidt nannte Brasilien, Venezuela und Mexiko sowie Russland. "Dazu kommt die Unsicherheit über das wahre Ausmaß des Abschwungs in China, über die Bewältigung der Zuwanderung von Flüchtlingen nach Europa, über den Ausgang der bevorstehenden Tarifrunden und nicht zuletzt speziell unter den Autozulieferern über das Ausmaß der Absatzkrise bei Volkswagen", so Schmidt weiter.

Für IG Metall nur "ritualisiertes Gejammer"

Der Tarifvertrag in der Metallindustrie läuft Ende März aus. Von Krisenstimmung will die IG Metall indes nichts wissen: Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld für die Beschäftigten. Schmidts Darstellungen von Freitag bezeichnete die IG Metall als Panikmache. Die Arbeitgeber spekulierten lediglich düstere Prognosen herbei. "Dieses ritualisierte Gejammer wird die Beschäftigten nicht davon abhalten, eine angemessene Forderung aufzustellen", kündigte IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine an.

Schmidt: Aufschwung kaschiert Situation der Industrie

Die wahre Lage der Industrie werde durch den konsumgetriebenen Aufschwung in Deutschland kaschiert, konterte Schmidt. Ölpreisverfall, niedrige Inflation und hohe Tarifabschlüsse seien gut für den Verbraucher. Die Industrie habe davon jedoch kaum etwas, "denn die privaten Verbraucher kaufen in der Regel keine Schiffsgetriebe oder Werkzeugmaschinen." Bereits die vorherigen Tarifabschlüsse seien kaum zu verkraften gewesen, so Schmidt: "Allein zwischen 2012 und 2015 sind die Tariflöhne in der Metall- und Elektroindustrie um 14 Prozent gestiegen."