Stand: 12.06.2017 20:55 Uhr

Schwieriger Kampf gegen Smartphone-Knipser

Bild vergrößern
Das Smartphone als ständiger Begleiter: Viele Schwimmbad-Besucher teilen ihre Fotos und Videos in sozialen Netzwerken.

Es braucht nur wenige Fingerbewegungen - und schon ist mit dem Smartphone ein Video oder ein Foto gemacht und in den sozialen Netzwerken geteilt. Freibad-Besuchern, die ungeahnt zum Fotomotiv ihres Nebenmanns werden, gefällt das nicht immer. Sie fühlen sich in ihrer Privatsphäre gestört. Einer Umfrage des Nachrichtendienstes dpa sowie Recherchen von NDR 1 Niedersachsen zufolge haben viele Freibäder in Niedersachsen daher mittlerweile ein Foto-Verbot verhängt.

Schwierige Kontrolle

Das Verbot konsequent durchzusetzen, gestaltet sich jedoch schwierig. Denn oftmals, wie etwa in Stade, machen zwar Hinweisschilder auf das Verbot aufmerksam. Ob sich alle Besucher daran hielten, könne jedoch laut Schwimmbad-Betreiber nur schwer kontrolliert werden. In Braunschweig würden Gäste zwar gleich am Eingang dazu aufgefordert, einen kleinen Aufkleber auf die Kamera-Linse ihres Mobilgeräts zu kleben - jedoch mit nur mäßigem Erfolg: Denn die Aufkleber würden von den Badegästen häufig nicht erkannt. Beschwerden von Besuchern, die sich gestört fühlen, gebe es weiterhin.

Video
00:37

Mit einem Aufkleber gegen Handy-Aufnahmen

19.05.2017 06:50 Uhr
NDR Info

Mehr Kontrolle, mehr Schutz: Schwimmbäder im Norden wollen beim Foto-Verbot strenger sein. Ein Handy-Aufkleber soll helfen. Video (00:37 min)

Wer nicht aufhört, muss gehen

Auch in Lüneburg gibt es solche Aufkleber. Sie sind knallrot und kommen bei den Besuchern der Salztherme besser als an die Aufkleber in Braunschweig. Die Besucher akzeptieren diese Regelung und haben Verständnis dafür, sagt Schwimmmeister Nico Schmidt. Der kleine Sticker hafte ohne Klebstoff auf der Linse. Es sei also kein Problem, ihn wieder zu entfernen. Beim nächsten Besuch gebe es dann wieder einen neuen Aufkleber. Die Schwimmmeister sprechen Besucher an, wenn sie das Handy zücken. Wer nicht einsichtig ist, müsse unter Umständen nach Hause gehen. In Nortrup (Landkreis Osnabrück) müssen Gäste, die gegen das Fotoverbot verstoßen, nach zweimaliger Ermahnung das Freibad verlassen.

Nur selten Probleme

Nach Angaben der Betreiber des Freibads in Dransfeld (Landkreis Göttingen) sowie in Haselünne (Landkreis Emsland) reagieren Gäste, die auf das Verbot angesprochen würden, in der Regel verständnisvoll. Auch im Volksbad Limmer in Hannover sowie in den Freibädern in Hameln und Bockenem (Landkreis Hildesheim) gibt es nach Angaben der Verantwortlichen nur selten Probleme mit Badegästen, die ein Handyfoto machen. Wenn Eltern mal den Nachwuchs knipsen wollen, dann wird ein Auge zugedrückt, heißt es dort. In Wilhelmshaven und in Hannover wird auf ein generelles Fotografie-Verbot im Freibad verzichtet. Es habe schlicht noch nicht hinreichend Anlass dafür gegeben, heißt es. Noch lockerer handhaben es die vier Schwimmbäder in Osnabrück: Hier sei lediglich das Fotografieren unter Wasser untersagt. In Hannover darf jedoch in den Hallenbädern nicht geknipst werden.

Weitere Informationen
mit Video

Foto-Verbot: Freibäder wollen strenger sein

"Fotos und Filme verboten", heißt es seit einem halben Jahr in Hamburger Schwimmbädern. Ein Aufkleber für die Handy-Kamera soll vor unerwünschten Fotos und Videos schützen. (19.05.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.06.2017 | 14:00 Uhr