Stand: 20.07.2017 22:35 Uhr

Regen, Blitze, Brände: "Zlatan" hinterlässt Spuren

Bis weit über die Knöchel reicht der jungen Frau das Nass. Sie hat Mühe, ihre Tragetaschen trocken durch die Einkaufsstraße nach Hause zu bekommen. Neben ihr pflügen Autos und Feuerwehr-Einsatzwagen durch das Wasser, das von der Kanalisation längst nicht mehr aufgenommen werden kann. Langsam aber stetig läuft das Wasser auch in Kellerräume und Parkhäuser. Und es regnet weiter. Szenen aus Hannovers Stadtteil Ricklingen vom Mittwochabend, geradezu exemplarisch für den äußerst durchwachsenen Sommer 2017, der sich auch am Donnerstag zunächst fortsetzte - und erst später von seiner (etwas) besseren Seite zeigte.

Die Feuerwehr löscht ein abgebranntes Haus.

Sturmtief "Zlatan" lässt Schäden zurück

Hallo Niedersachsen -

Wassermassen, Brände, umgestürzte Bäume und Unfälle: Nach einer Hitzewelle haben sich Gewitter und Starkregen über Niedersachsen entladen und für zahlreiche Schäden gesorgt.

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Achterbahnfahrt geht weiter

Sommer hin oder her - die meteorologische Achterbahnfahrt scheint weiterzugehen: Nach zunächst gutem Wetter am Donnerstag, zogen wieder dichte Wolke über das Land. Doch es blieb nicht nur beim trüben Himmel. Es folgten Unwetter und die brachten Schauer und Gewitter sowie stellenweise Hagel. Immerhin: Zum Abend hin klarte der Himmel weitestgehend auf und die Sonne zeigte sich. Und ganz offenbar: So soll es zumindest am Freitag auch bleiben - dann auch mit sommerlichen Temperaturen.

In Belm regnet und stürmt es am meisten

Am Tag zuvor hatte das noch ganz anders ausgesehen: Am späten Mittwoch überfluteten Regenmassen Straßen und Keller und drückten Gulli-Deckel hoch. Bäume wurden entwurzelt oder knickten um, Blitzeinschläge verursachten Brände, zwei Bauernhöfe wurden teilweise schwer beschädigt. Im Bahn- und Flugverkehr kam es zu Ausfällen und Verspätungen. Niederschläge von 41,9 Millimetern pro Quadratmeter verzeichnete der Deutsche Wetterdienst etwa in Belm im Landkreis Osnabrück, der niedersächsische Tages-Spitzenwert. Und ebenfalls in Belm fegte der Wind mit 90 Stundenkilometern durch den Ort.

Hunderttausende Euro Schaden

Zu mehr als 60 Einsätzen wurden allein die Feuerwehren im Landkreis Osnabrück gerufen, die Schäden blieben einer Sprecherin zufolge gering. Nur in Bersenbrück geriet der Dachstuhl eines Bauernhofes durch einen Blitzeinschlag in Brand. Auch in Wulften im Landkreis Göttingen schlug der Blitz ein - hier traf es eine Scheune mit Maschinen für die Landwirtschaft und Heuballen. Das Gebäude brannte völlig aus. Die Flammen griffen auch auf das angrenzende Wohnhaus über, die Bewohner konnten sich ins Freie retten. Der Schaden beträgt rund 100.000 Euro, es waren etwa 130 Feuerwehrleute im Einsatz.

Viele Einsätze, keine Verletzten

Verletzte mussten die Helfer immerhin nicht melden. Schäden gab es dennoch viele. In Ganderkesee im Landkreis Oldenburg stürzten wegen starker Sturmböen mehrere Bäume um. Betroffen war erneut auch der Landkreis Vechta. Dort standen Straßen unter Wasser. Auch hier musste die Feuerwehr umgeknickte Bäume beseitigen. In Lutten verursachte offenbar ein Blitz einen Schwelbrand in einem Wohnhaus. Menschen wurden aber nicht verletzt. Auch in den Landkreisen Leer und Emsland regnete es stark, größere Schäden sind aber nicht bekannt. In Bremen und Bremerhaven gab es einige kleinere Feuerwehreinsätze - unter anderem war Wasser in Unterführungen gelaufen. In der Region Hannover musste die Feuerwehr zu 38 wetterbedingten Einsätzen ausrücken. In Herrenhausen musste das "Kleine Fest im Großen Garten" wegen des Gewitters abgesagt werden. Auch die Hauptprobe zum NDR Klassik Open Air am Mittwochabend wurde vorzeitig abgebrochen.

Wassermassen entladen sich über Niedersachsen

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20.07.2017 05:00 Uhr
NDR 1 Niedersachsen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.07.2017 | 19:00 Uhr

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