Stand: 30.10.2016 13:37 Uhr

Reformations-Festjahr in Niedersachsen eröffnet

An der Marktkirche in Hannover hängen nun zwar keine 95 Thesen, dafür aber ein Banner.

Zur Eröffnung des Festjahres zum 500. Reformationsjubiläum hat der hannoversche Landesbischof Ralf Meister am Montag ein Banner an der zentralen Marktkirche in Hannover aufgehängt. Gemeinsam mit anderen kirchlichen Würdenträgern befestigte Meister das blaue Banner über einem Eingang der Kirche. Darauf sind die Frage "Woran hängst du dein Herz?" und der Satz "Reformation heißt die Welt zu hinterfragen" zu lesen.

95 Thesen aus Licht in Osnabrück

In Osnabrück wurden Lichtinstallationen von 95 Thesen an der evangelischen Marienkirche und dem katholischen Dom eingeweiht. Bürger der Stadt hatten Ideen für eine Erneuerung der heutigen Gesellschaft formuliert. Sie werden in den kommenden drei Wochen parallel an den Portalen der beiden Kirchen erscheinen.

Jubiläumsjahr mit vielen Veranstaltungen

Der diesjährige Reformationstag am 31. Oktober ist ein besonderer: Er läutet offiziell das Jubiläumsjahr "500 Jahre Reformation" ein. Weltweit, aber natürlich auch in Niedersachsen wird das Jahr mit Gottesdiensten und anderen Feiern, mit Konzerten, Ausstellungen und vielem mehr gefeiert.

Gespräch

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Evangelische Kirche in Niedersachsen verwurzelt

Zwar bildet natürlich die Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt einen der Schwerpunkt-Orte, doch die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist fest verwurzelt in Niedersachsen, sie hat ihren Sitz in der Landeshauptstadt. Botschafterin des Jubiläumsjahrs ist Margot Käßmann, frühere EKD-Ratsvorsitzende sowie ehemalige Bischöfin der Landeskirche Hannovers, Deutschlands größter evangelischer Landeskirche. Einen zentralen Auftakt zum Feierjahr gibt es nicht, dafür zahlreiche unterschiedliche Veranstaltungen quer durchs Land.

Gottesdienste, Diskussionen, Musik

In Hannover feiert Landesbischof Ralf Meister am Montag einen Festgottesdienst in der Marktkirche. Besondere Gottesdienste gibt es auch in vielen anderen Städten, außerdem Vorträge und Diskussionen sowie Musik mit Orchestern und Chören. Überraschende und kreative Aktionen zum Reformationstag sind ebenfalls dabei. In Winsen (Luhe) zum Beispiel wollen sich am Montag 1.000 Schüler versammeln und mithilfe bunter Farbtafeln eine Lutherrose bilden - jenes Symbol, das Martin Luther als Siegel für seine Briefe verwendete.

Mehr als 200 neue Luthereichen

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Agrarminister Meyer (li.) und Landesbischof Meister haben am Ministerium eine Luthereiche eingepflanzt.

Während Aufnahmen aus der Luft die Lutherrose verewigen sollen, beginnen in diesen Tagen am Boden vielerorts Luthereichen zu wachsen. Die erste soll einst an der Stelle gepflanzt worden sein, an der der Reformator öffentlich eine päpstliche Bannandrohungsbulle verbrannt hatte. Das Pflanzen dieser Eichen am Reformationstag hat Tradition - zum Beginn des Jubiläumsjahrs werden in Niedersachsen aber mehr als 200 Stück in die Erde gesetzt. Bisher gab es hierzulande etwa 20 Luthereichen. Sie wurden aus Eicheln der Luthereiche in Polle im Weserbergland gezogen. Einen der Bäume haben Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) und Landesbischof Meister am Sonnabend in Hannover eingepflanzt. Er steht nun im Garten des Ministeriums.

Luther-Oratorium aus Tausenden Kehlen

Eines der großen Events im Jubiläumsjahr ist das Pop-Oratorium "Luther", das durch unterschiedliche Städte zieht. Die Stimmen sind jedes Mal andere, doch die Stimmgewalt ist bei jeder Aufführung enorm: 1.500 bis 2.500 Sängerinnen und Sänger sollen jeweils auf der Bühne stehen. Sie kommen aus Kirchen-, Pop- und Gospelchören, Schul- und Jugendchören - oder singen einfach gerne. Im Norden ist das Luther-Oratorium am 14. und 15. Januar in Hannover zu erleben.

Worum geht es beim Reformationstag?

Am 31. Oktober feiern evangelische Christen mit Gottesdiensten und Konzerten den Beginn der kirchlichen Erneuerung (lateinisch: Reformation) durch Martin Luther (1483-1546). Das Datum erinnert an den 31. Oktober 1517, als Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben soll. In den Thesen kritisierte er unter anderem den Ablasshandel zum Sündenerlass, mit dessen Einnahmen der Petersdom in Rom erneuert werden sollte. Luther sah darin einen Missbrauch und rief zur Rückbesinnung auf die biblischen Grundlagen des Evangeliums auf. Der Reformationstag ist in den neuen Bundesländern gesetzlicher Feiertag. (Quelle: dpa)

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.10.2016 | 11:00 Uhr

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