Stand: 08.09.2017 12:02 Uhr

Per Notruf Wilderer dingfest machen

Die Umweltstiftung WWF will mit einem Telefon-Notruf Wilderern das Leben schwer machen. Streng geschützte Arten wie Wolf und Luchs, Biber und Seeadler werden immer wieder verfolgt und getötet. In den vergangenen Jahren wurden nach WWF-Angaben in ganz Deutschland mindestens 25 Wölfe, sechs Luchse und mehr als 1.500 Greifvögel und Eulen vergiftet, erschossen oder in illegalen Fallen gefangen. Das Bundesnaturschutzgesetz sieht bei der Tötung eines streng geschützten Tieres eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro vor. Die Täter werden jedoch kaum überführt. Das soll sich ändern.

Toter Wolf, toter Seeadler: Ermittlungen wurden eingestellt

Mit der Wilderei-Hotline will der WWF den Druck auf Wilderer erhöhen und die Bevölkerung sensibilisieren. Und er hofft, Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten, sagt WWF-Wildtierreferent Moritz Klose. "Viele Menschen wissen wahrscheinlich gar nicht, dass viele Tiere hier illegal getötet werden." Illegales Töten geschützter Tierarten, aber auch Wilderei, seien kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, sagt Klose. Wie zum Beispiel der Abschuss eines Wolfes im Kreis Cuxhaven und eines Seeadlers im Kreis Stade im vergangenen Jahr. In beiden Fällen musste die Staatsanwaltschaft mangels Beweisen die Ermittlungen einstellen.

"Es ist an der Zeit für Verurteilungen"

Wie viele streng geschützte Tiere in Niedersachsen illegal getötet werden, ist nicht bekannt. In der Kriminalstatistik der Polizei werden lediglich gewilderte jagdbare Tiere wie Rehe oder Hirsche erfasst: mehr als 260 im vergangenen Jahr. Im Nordosten Niedersachsens sind unter den geschützten Tieren besonders Greifvögel gefährdet. Peter Görke von der Arbeitsgemeinschaft Seeadlerschutz begrüßt deshalb die neue Wilderei-Hotline. Denn es würden immer wieder Vögel vergiftet. Manche Täter würden sich daran weiden, dass Tiere elend zu Grunde gehen. Andere meinten, dass Raubwild weg muss, so Görke. Die Fälle die bekannt werden, seien vermutlich nur die Spitze des Eisberges. WWF-Experte Klose meint, dass es an der Zeit sei, dass Wilderer verurteilt werden. Erfahrungen aus anderen Ländern hätten gezeigt, dass ein solcher Notruf durchaus Ergebnisse liefern könne. Die Hotline ist rund um die Uhr unter der Nummer (0800) 10 20 340 zu erreichen. Auch im Internet können Fälle gemeldet werden.

Weitere Informationen

Erschossene Wölfin: Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt wegen der im Landkreis Cuxhaven erschossenen Wölfin. Laut NABU drohen für das unerlaubte Töten eines geschützten Tieres bis zu fünf Jahre Haft. (29.09.2016) mehr

Toter Seeadler: NABU für Schwerpunkt-Ermittler

Der NABU hat sich nach der Tötung eines Seeadlers im Kreis Stade erneut für eine Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft ausgesprochen. Derartige Delikte müssten konsequent verfolgt werden. (16.02.2016) mehr

25.000 Euro Belohnung: Wer erschoss den Luchs?

Nach dem Abschuss eines trächtigen Luchs-Weibchens im Harz hat der WWF eine Belohnung ausgesetzt: Für die Ergreifung des Täters soll der Hinweisgeber 25.000 Euro erhalten. (25.04.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 07.09.2017 | 17:30 Uhr

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