Stand: 24.02.2016 14:34 Uhr

Wie pittoresk, der hohe Pegel

In Hannover steht das Wasser am Höchsten: Auch am Mittwoch gilt für die Leine am Punkt Herrenhausen die Meldestufe 3. Land unter herrscht ebenfalls im Osten und Nordwesten des Landes - Oste, Aller und Weser sind an mehreren Stellen über ihre Ufer getreten. Besonders überraschend kommen die hohen Pegel aber nicht. So gab es in den vergangenen Tagen kaum einen Abend ohne ergiebigen Guss. Nun ist die "Regenzeit" laut Niedersächsischem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) aber ausgestanden. An den Oberläufen der Flüsse habe sich die Hochwassersituation entspannt, an den Unterläufen könne das Wasser noch leicht ansteigen, teils stagnierten die Pegelstände aber auch. Spätestens am Freitag sinke allerorts der Wasserstand.

Hochwasser im Nordwesten

Im Landkreis Oldenburg ist die Hunte über die Ufer getreten. Bei Colnrade wurde mit einem Wasserstand von 3,80 Metern die Grenze zur Hochwasserwarnstufe 2 überschritten. Bei Rockstedt im Landkreis Rotenburg erreichte der Ostepegel mit 8,54 Metern ebenfalls Meldestufe zwei.

Talsperren im Harz sind voll

Auch im Harz hat der Dauerregen die Flüssen ansteigen lassen. Nach den starken Regenfällen am Wochenende haben die Talsperren im Westharz eine Hochwasserwelle abgefangen. In den sechs Stauseen seien innerhalb von 24 Stunden gut dreieinhalb Millionen Kubikmeter Wasser zurückgehalten worden, sagte ein Sprecher der Harzwasserwerke in Hildesheim. Positiv habe sich ausgewirkt, dass im Harz statt der vorhergesagten 70 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter nur etwa 30 Liter gefallen seien. Die Talsperren im Westharz haben zusammen eine Kapazität von mehr als 190 Millionen Kubikmetern.

Die Landwirte sind nach Angaben des Landvolks bislang noch nicht stark vom Dauerregen betroffen. "Das ist nicht ungewöhnlich zu der Jahreszeit", sagte eine Sprecherin NDR.de, "im Moment ist alles noch in einem Bereich, in dem es im Frühjahr eben sein kann."

Es regnet, es regnet - das Wasser steigt hoch

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