Stand: 18.08.2015 18:29 Uhr

Niedersachsen steht zu Wochenbeginn unter Wasser

Dauerregen hatte zu Wochenbeginn in weiten Teilen Niedersachsens für Überschwemmungen gesorgt. Auch am Dienstag regnete es vielerorts noch, das befürchtete Chaos blieb aber aus. Die Leitstellen der Feuerwehren in Göttingen und Braunschweig sowie in Oldenburg und Osnabrück berichteten dem NDR von nur wenigen Einsätzen in der Nacht zu Dienstag. In Wolfsburg und Lunestedt im Landkreis Cuxhaven rückten die Einsatzkräfte aus, um Wasser aus Kellern zu pumpen. Im Rest des Landes standen einige Straßen unter Wasser. Ansonsten hieß es unisono: "Entspannte Lage".

Starkregen: Wasser-Chaos zum Wochenanfang

Pegelstände: Höchste Warnstufe erreicht

Mit dem starken Regen der vergangenen Tage waren auch die Pegel einiger Flüsse im Land gestiegen. Die Wasserstände von Weser, Hase, Fuhse, Hunte, Schunter und Leine hatten in einigen Orten zwar bedrohliche Ausmaße angenommen, zumeist sei es jedoch ruhig geblieben, sagte Markus Anhalt vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Nur an wenigen Orten wurde am Dienstag eine Warnstufe erreicht. Am höchsten stand das Wasser demnach am Pegel Glentorf zwischen Wolfsburg und Braunschweig.

Geflutete Keller, Autos und Straßen am frühen Montag

Die Unwetter mit Starkregen hatten in der Nacht zu Montag für Überschwemmungen im gesamten Süden des Landes gesorgt. Insgesamt 280 Mal mussten die Einsatzkräfte in Osnabrück in der Nacht zu Montag ausrücken. Innerhalb weniger Stunden fielen bis zu 100 Liter pro Quadratmeter. Selten seien die Einsatzkräfte in einer Nacht so oft gerufen worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Grundwasserspiegel stieg, Entwässerungskanäle und Keller liefen voll. In Alfhausen im Norden des Landkreises stand gar eine ganze Wohnsiedlung knöcheltief unter Wasser. Getroffen hat es auch 192 Flüchtlinge in Friedland im Landkreis Göttingen, die vorübergehend in einer anderen Turnhalle untergebracht werden mussten, nachdem ihre Unterkunft überschwemmt wurde. Auch in der Erstaufnahmeeinrichtung in Friedland selbst mussten zwei Zelte aufgegeben werden, sie hielten den Wassermassen nicht stand.

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"Wetter passt zum Klimawandel"

18.08.2015 11:20 Uhr
NDR 1 Niedersachsen

Erst Dürre und kurz darauf Starkregen, der zu Überflutungen geführt hat. Andreas Friedrich ist Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Er weiß, wie es mit dem Wetter weitergeht. mehr

Erdrutsch und Straßensperrungen

Der Landrat des Kreises Göttingen, Bernhard Reuter (SPD), sprach von den "größten Überschwemmungen in den Gemeinden Groß Schneen und Friedland seit Menschengedenken". Dutzende Keller liefen voll Wasser, Straßen wurden überflutet und mussten gesperrt werden. In Brome im Landkreis Gifhorn schlug in der Nacht auf Montag ein Blitz in ein Haus ein und löste einen Zimmerbrand aus. Ein Mensch wurde dabei laut Polizei verletzt. Zudem traf ein Blitz auf der Autobahn 2 bei Rennau im Landkreis Helmstedt einen mit sechs Personen besetzten Kleintransporter. Die Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Bei Lauenförde im Landkreis Holzminden stürzte ein Baum auf die Bundesstraße 241, ein weiterer Baum fiel auf ein Auto. Verletzt wurde niemand.

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"Es herrscht das Prinzip Hoffnung"

Knapp 200 Flüchtlinge in Groß Schneen sind wegen Überschwemmung umquartiert worden. Die meisten hätten es mit Fassung getragen, so der stellvertretende Oberbrandmeister Klaus Wosnitza. Video (01:19 min)

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Hallo Niedersachsen | 17.08.2015 | 19:30 Uhr