Stand: 13.01.2016 15:42 Uhr

Niedersachsen bleibt Agrarland Nummer eins

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Zwei Drittel des deutschen Geflügels kommen aus Niedersachsen. (Themenbild)

Die Weser-Ems-Region ist Zentrum der deutschen Fleischindustrie. Das geht aus dem am Mittwoch in Berlin vorgestellten "Fleischatlas" für 2016 des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und der Heinrich-Böll-Stiftung hervor. Demnach bleibt Niedersachsen Agrarland Nummer eins, obwohl in Niedersachsen nur 15,5 Prozent der Flächen liegen, die in Deutschland landwirtschaftlich genutzt werden. Zwei Drittel des deutschen Geflügels werden Niedersachsen produziert. Fast 40 Prozent der Legehennen, aber auch mehr als 45 Prozent aller in Deutschland erzeugten Kartoffeln kommen aus dem Bundesland.

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Immer größere Betriebe in der Landwirtschaft

Für den Arbeitsmarkt sei die Tierhaltung besonders in den Landkreisen Cloppenburg, Oldenburg und Emsland von erheblicher Bedeutung, heißt es in dem Bericht. Die Arbeitslosenquote von unter fünf Prozent im Landkreis Vechta gehe auch auf die dortige Ernährungsindustrie zurück. Die neuen Daten zeigen zudem, dass der Trend zu immer größeren Betrieben in der Landwirtschaft anhält. Immer weniger Landwirte halten Tiere, aber die Anzahl der Tiere pro Betrieb steigt.

Schweine- und Geflügelmast soll noch ausgebaut werden

Die niedersächsische Schweinefleischproduktion übersteige bereits seit 2005 den heimischen Verbrauch. Inzwischen werden Fleisch und Fleischwaren in rund 125 Länder weltweit exportiert. Die Schweine- und Geflügelmast in Deutschland soll nach Informationen des BUND auch noch weiter ausgeweitet werden. Seit 2012 wurden bundesweit mindestens 720.000 neue Stallplätze für Schweine beantragt, davon 420.000 Mastplätze. Bei Geflügel sind es 10,8 Millionen, davon 6,65 Millionen Mastplätze. Trotz steigender Produktionsmengen geht die Zahl der Höfe deutschlandweit zurück, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. Die größten Ställe stehen laut Fleischatlas in Mecklenburg-Vorpommern.

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