Stand: 04.03.2016 14:16 Uhr

Niedersachsen: Bei der Lebenserwartung nur Platz 9

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Konkrete Gründe für die unterdurchschnittliche Lebenserwartung der Niedersachsen können die Statistiker nicht nennen.

Der Begriff "Sterbetafel" klingt erst mal so gar nicht nach Leben. Sie gibt aber Auskunft darüber, welche Lebenserwartung Menschen haben. Denn die Statistiker berechnen diese auf Grundlage empirischer Todeszahlen. Die neueste Sterbetafel 2012/2014 des Statistischen Bundesamtes verspricht den Niedersachsen ein längeres Leben als noch vor wenigen Jahren. Allerdings werden sie nicht so alt wie andere Bundesbürger. Demnach leben neugeborene Jungen in Niedersachsen 77,8 Jahre lang, Mädchen sogar 82,8 Jahre. Bei der Erhebung 2008/2010 waren es noch 77,2 beziehungsweise 82,2 Jahre.

Niedersachsen im Mittelfeld

Bundesweit haben neugeborene Jungen aktuell eine Lebenserwartung von 78 Jahren und zwei Monaten und Mädchen von 83 Jahren und einem Monat. Das bedeutet, in Niedersachsen leben Jungen und Mädchen voraussichtlich etwa drei beziehungsweise vier Monate kürzer als der Durchschnittsdeutsche. Damit belegen die Niedersachsen Platz neun unter den Bundesländern. Am ältesten werden die Menschen in Baden-Württemberg, am frühesten sterben sie in Thüringen. Konkrete Gründe für die unterdurchschnittliche Lebenserwartung in Niedersachsen könne er nicht nennen, sagte der zuständige Statistik-Experte Felix zur Nieden in Wiesbaden. Regionale Unterschiede, Todesursachen oder Risikofaktoren würden bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

Auch ältere Menschen leben länger

Insgesamt hat sich die Lebenserwartung in den vergangenen zehn Jahren bundesweit weiter erhöht, für Männer um zwei Jahre und drei Monate, für Frauen um ein Jahr und sechs Monate. Auch ältere Menschen leben länger. So haben 65-jährige Männer noch 17 Jahre und acht Monate vor sich, erleben also den Prognosen zufolge ihren 82. Geburtstag noch. Gleichaltrige Frauen sterben statistisch gesehen erst kurz vor ihrem 86. Geburtstag.

Am ältesten werden die Menschen in Island und Hongkong

Seit Beginn der Aufzeichnungen zum Ende des 19. Jahrhunderts hat sich die Lebenserwartung Neugeborener in Deutschland mehr als verdoppelt. Damals war die sinkende Säuglings- und Kindersterblichkeit ein Grund für den Anstieg. Heutzutage ist es die sinkende Sterblichkeit im höheren Alter. Im internationalen Vergleich belegt Deutschland bei beiden Geschlechtern aktuell Platz 30. Die höchste bei der Geburt gemessene Lebenserwartung haben Männer aus Island mit 81,8 Jahren und Frauen aus Hongkong mit 86,7 Jahren.

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