Stand: 15.09.2015 15:40 Uhr

Netzwerk soll Ärzten bei Sterbebegleitung helfen

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Ende September startet das "Netzwerk ambulante Ethikberatung Göttingen". Es soll niedergelassenen Ärzten bei der Sterbebegeleitung von Patienten helfen. (Themenbild)

Das Sterben und der Tod von Patienten führen nicht nur Angehörige, sondern auch deren Ärzte immer wieder in schwierige Grenzbereiche. Offenbar herrscht deshalb in der Ärzteschaft große Verunsicherung. Als Reaktion darauf eröffnet die Ärztekammer Niedersachsen am 29. September eine Beratungsstelle für niedergelassene Mediziner. Das "Netzwerk ambulante Ethikberatung Göttingen" soll Ärzten in schwierigen Entscheidungssituationen Hilfe bieten, sagte die Präsidentin der Ärztekammer, Martina Wenker, am Dienstag in Hannover. Es sei bundesweit eine bis dato einmalige Einrichtung.

Netzwerk soll ambulante Versorgung begleiten

Zudem forderte Ärztekammer-Chefin Wenker eine Ausweitung der Bundestagsdebatte zur Sterbehilfe. "Sie klammert die allgemeine Krankenhausversorgung aus. Immerhin stirbt ja fast jeder zweite Mensch im Krankenhaus", sagte die Lungenfachärztin, die auch Vizepräsidentin der Bundesärztekammer ist. Das neue Netzwerk besteht aus Ärzten, Pflegekräften, Patientenvertretern und Medizinethikern. Sie sollen Hausärzten und Pflegekräften helfen, die in der ambulanten Versorgung oft auf sich allein gestellt seien, so Wenker

Ärzte-Präsidentin: "Patientenwillen wieder stärken"

Niedersachsens oberste Ärzte-Vertreterin kritisierte zudem eine eklatante Begriffsverwirrung bei der Sterbehilfe und der Suizidbeihilfe. "Jeder versteht etwas anderes darunter, das macht die Debatte so schwierig", sagte die Medizinerin. Patienten sollten am Ende ihres Lebens nicht durch die Hand, aber an der Hand des Arztes in Würde sterben. Es gelte, den Patientenwillen wieder stärker zu respektieren. Ein Therapieabbruch auf Patientenwunsch sei kein Töten auf Verlangen, sondern ein Respekt des Patientenwillens, sagte Wenker.

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