Stand: 23.03.2016 18:16 Uhr

Nach Anschlägen: Weiter keine Flüge nach Brüssel

Wegen der Terroranschläge in der belgischen Hauptstadt Brüssel werden vom Flughafen Hannover frühestens am Donnerstag wieder Flüge nach Belgien starten. Die planmäßigen Verbindungen nach Brüssel sind auch am Mittwoch gestrichen. Auch die ankommenden Verbindungen wurden abgesagt. Betroffene Fluggäste sollten sich für Fragen und Umbuchungen direkt an ihre Fluggesellschaft wenden, teilte der Flughafen mit. In Belgien selbst ist nach den Anschlägen zumindest der Bahnverkehr wieder angerollt. Reisende müssten aber mit verstärkten Kontrollen rechnen, teilte die dortige Bahngesellschaft mit. Auch auf deutscher Seite waren bereits am Dienstag die Sicherheitsmaßnahmen an den Grenzen zu den Benelux-Staaten verschärft worden. "Wir haben die Maßnahmen intensiviert", sagte eine Sprecherin des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam. An mehreren Grenzübergängen war am Dienstag unübersehbar, dass insbesondere Fahrzeuge mit belgischen Kennzeichen überprüft wurden. Die Kontrollen an Flughäfen und Bahnhöfen wurden ebenfalls verschärft.

Ministerpräsident äußert sich erschüttert

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zeigte sich schockiert über die Anschläge. "Ich bin sehr bestürzt über die Ereignisse in Brüssel, soweit sie bisher bekannt geworden sind", so Weil am Dienstag in Hannover. In Gedanken sei man bei den Opfern und ihren Angehörigen sowie bei den Menschen in Brüssel, die jetzt voller Angst zu Hause oder in ihren Büros säßen. Dazu zählten auch die 20 Mitarbeiter der niedersächsischen Landesvertretung in Brüssel. Die Vertretung bleibt aus Sicherheitsgründen bis Ende der Woche geschlossen. "Auch wenn wir noch nichts Konkretes wissen, ist der brutale, unmenschliche Terror wieder einmal nahe an uns herangerückt", so Weil.

Pistorius: Noch zu wenige Informationen

Innenminister Boris Pistorius (SPD) sagte, der islamistische Terror mache anscheinend vor nichts halt. Zur Sicherheitslage in Niedersachsen sagte Pistorius, man müsse zunächst die Erkenntnisse darüber abwarten, was in Brüssel tatsächlich passiert sei. "Es gibt bislang keine Hinweise auf niedersächsische Bezüge bei den Tätern", sagte er und betonte sogleich, dies sei eine vorläufige Information.

EU-Parlament ab Mittwoch praktisch verwaist

Eine der Explosionen in Brüssel ereignete sich am Dienstagvormittag in einer U-Bahn-Station, die nur wenige Hundert Meter von den Gebäuden der EU-Institutionen entfernt ist. Ein Schock für alle, die dort arbeiten, berichtete die niedersächsische Politikerin Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA im Europaparlament. "Das Parlament wird ab morgen fast ganz geschlossen sein", sagte Harms NDR 1 Niedersachsen am Dienstag. Vorerst würden nur sehr wenige Menschen dort arbeiten, "weil das Parlament im Europa-Viertel liegt, das jetzt ganz offensichtlich zu den Angriffsorten gehörte". Die meisten Sitzungen in den kommenden Tagen seien abgesagt worden. "Wie es jetzt weitergeht, wird von Stunde zu Stunde neu beraten", so Harms.

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Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen bleiben bestehen

Die Bundespolizei bleibt dabei, nach den Anschlägen in Brüssel verstärkt an Flughäfen, Bahnhöfen und Grenzen zu kontrollieren. Auch am Donnerstag gehen keine Flüge nach Brüssel. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.03.2016 | 16:00 Uhr