Stand: 20.01.2016 20:39 Uhr

Missbrauchsopfer erhält Entschädigung von Bistum

Eine heute 20-Jährige, die nach eigenen Angaben als Elfjährige von dem damaligen Priester Peter R. sexuell bedrängt wurde, erhält einen vierstelligen Betrag vom Bistum Hildesheim. Die Zahlung solle ein Signal an die Frau sein, dass die Kirche das erlittene Unrecht bedauere und klar verurteile, teilte das Bistum am Mittwoch mit. Die Kirche biete der 20-Jährigen außerdem Hilfe bei der Bewältigung der seelischen Folgen der Tat an.

Eine Karte, auf der die Bistümer Vechta, Osnabrück und Hildesheim eingezeichnet sind. © NDR

Bistümer in Niedersachsen erkennen 47 Opfer an

Hallo Niedersachsen -

Opfer sexuellen Missbrauchs können bei der katholischen Kirche einen Antrag auf Anerkennung ihres Leides stellen. Bislang haben die Bistümer Hildesheim und Osnabrück 47 Opfer anerkannt.

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Staatsanwaltschaft rollt Fall nicht erneut auf

Der inzwischen vom Bistum suspendierte Peter R. hatte in einem Fernsehbeitrag im Ersten im vergangenen November eingeräumt, das Mädchen im Jahr 2006 in seiner Wohnung sexuell bedrängt zu haben. R. ist heute 74 Jahre alt. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte Anfang Januar erklärt, den Fall nicht wieder aufrollen zu wollen. Es hätten sich nach einer erneuten Prüfung keine Hinweise auf weitere Straftaten ergeben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, dem NDR. Neue Ermittlungen gegen Peter R. seien damit ausgeschlossen.

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Keine neuen Ermittlungen nach Missbrauch in Bistum

Im Missbrauchsfall eines Mädchens vor zehn Jahren soll es keine neuen Ermittlungen gegen einen Priester aus dem Bistum Hildesheim geben. Ein Opferverband will die Entscheidung rechtlich prüfen. (06.01.2016) mehr

Bistümer haben mehr als 6,4 Millionen Euro gezahlt

Seit fünf Jahren können Opfer sexuellen Missbrauchs bei der katholischen Kirche einen Antrag auf Anerkennung des Leides stellen. Mehr als 6,4 Millionen Euro haben die Bistümer in dieser Zeit gezahlt. Das schreibt die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Mittwochausgabe) nach einer Umfrage unter den Diözesen in Deutschland. Allein das Bistum Hildesheim hat in den vergangenen Jahren rund 150.000 Euro gezahlt. 33 Anträge von Opfern waren erfolgreich.

Bistum Münster hat die meisten Anträge

Im Bistum Osnabrück wurden 17 Anträge gestellt. 14 davon wurden anerkannt. Die Opfer sexuellen Missbrauchs bekamen insgesamt 66.000 Euro. Das bestätigte der Bistumssprecher NDR 1 Niedersachsen. Die gezahlten Gelder seien keine Entschädigung im juristischen Sinne, heißt es aus dem Bistum, sondern eine Anerkennung des Leides. Die meisten Anträge gab es im Bistum Münster, das auch für den Kirchen-Bezirk Oldenburg zuständig ist. Hier wurden 122 Anträge gestellt.

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"Bistum versteckt sich hinter Opfer"

Die Opferorganisation "Eckiger Tisch" hat das Verhalten des Bistums Hildesheim in einem Missbrauchsfall für "perfide" erklärt. Die Kirche verstecke sich hinter dem damals elfjährigen Opfer. (02.12.2015) mehr

Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 20.01.2016 | 12:00 Uhr