Stand: 29.05.2017 11:13 Uhr

Meyer fordert Ausweitung des Schlachtverbots

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Niedersachsens Landwirtschaftsminister Meyer hält das geplante Gesetz zum Schlachtverbot für nicht ausreichend. (Archivbild)

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) will das von der Bundesregierung geplante Schlachtverbot für trächtige Rinder auch auf trächtige Schafe und Ziegen ausweiten. Der Gesetzentwurf reiche nicht weit genug und lasse eine Hintertür auf, die für erhebliches Tierleid in Schlachthöfen sorgen könnte, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Wir wollen ein Schlachtverbot ohne Wenn und Aber", so der Vorsitzende der Agrarministerkonferenz. Er kündigte an, das Gesetz im Bundesrat zu stoppen.

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Vermittlungsausschuss soll angerufen werden

Meyer kritisierte, dass der Gesetzestext Ausnahmen für trächtige Rinder zulasse und Ziegen und Schafe völlig ausklammere. Er will daher erreichen, dass der Vermittlungsausschuss angerufen und nachverhandelt wird. Den Bundestag hatte der Gesetzentwurf vor einigen Tagen mit den Stimmen von CDU, SPD und Linken passiert. Meyer verwies darauf, dass es in einigen Bundesländern wie Niedersachsen bereits Selbstverpflichtungen der Branche gebe, die weitergingen als der Entwurf aus Berlin. "Das zeigt doch, dass es geht", so der Grünen-Politiker. Es sei vollkommen unverständlich, warum der Bundeslandwirtschaftsminister dahinter zurückfalle und zulassen wolle, dass ungeborene Tiere weiterhin qualvoll im Mutterleib ersticken.

Verbot von Pelztierproduktion gefordert

Darüber hinaus möchte Meyer erreichen, dass die Pelztierproduktion in Deutschland gesetzlich komplett verboten wird. Der Entwurf der Bundesregierung sieht hier lediglich höhere Haltungsstandards für die Tiere vor.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.05.2017 | 10:00 Uhr

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