Stand: 18.12.2015 12:06 Uhr

Marderhund: Gekommen, um sich auszubreiten

Kaum jemand hat einen Marderhund schon einmal in freier Wildbahn gesehen. Das könnte sich bald ändern. Denn die nachtaktiven, scheuen Tiere breiten sich in Niedersachsen immer weiter aus. Die Landesjägerschaft spricht von alarmierenden Zahlen: Mehr als 2.500 Marderhunde wurden im Jagdjahr 2014/2015 zur Strecke gebracht, sagte Stephan Johannson von der Landesjägerschaft Niedersachsen. Das seien rund 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Besonders viele Marderhunde streiften durch die Landkreise Lüneburg, Uelzen und Gifhorn.

Marderhund breitet sich in Niedersachsen aus

Bis zu zwölf Junge pro Wurf

Ursprünglich stammt das fuchsgroße, bis zu einem halben Meter lange Tier aus Ostasien und wurde zur Pelzproduktion nach Europa gebracht. Laut Johannson sind Marderhunde besonders anpassungsfähig. Als Allesfresser verschmähen sie von Eiern bis hin zum kleinen Säugetier so gut wie keine Beute. Feinde haben die Marderhunde kaum. Hinzu komme, dass die eingewanderten Tiere pro Wurf bis zu zwölf Junge bekommen. Die Überlebensrate sei hoch, so Johannson. Und genau das werde zum Problem für die heimischen Arten. Besonders bedroht seien die ohnehin schon gefährdeten bodenbrütenden Vogelarten wie zum Beispiel der Kibitz. Der Marderhund werde zwar bejagt, jedoch ist es laut Johannson unrealistisch anzunehmen, dass er je ausgerottet wird.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.12.2015 | 12:00 Uhr