Stand: 25.09.2015 09:25 Uhr

Lies: "Es geht um viel mehr als um Posten"

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Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies mahnt als Folge des Skandals bei VW Aufklärung und strukturelle Veränderungen an.

Bei Volkswagen will der Aufsichtsrat über einen Nachfolger für den zurückgetretenen Konzernchef Martin Winterkorn entscheiden. Als Favorit für den Posten gilt Porsche-Chef Matthias Müller. Darüber hinaus stehen im Aufsichtsrat noch weitere wichtige Personalfragen auf der Tagesordnung. Es wird erwartet, dass sich das Gremium auch auf die Ablösung von VW-US-Chef Michael Horn einigt.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) warnte auf NDR Info davor, sich in der VW-Affäre zu sehr auf Personalentscheidungen zu konzentrieren. Volkswagen befinde sich durch den Skandal um manipulierte Diesel-Fahrzeuge in einer "extrem schwierigen Situation", erklärte Lies. Der Betrug sei ein "Riesenschaden" für den Konzern und seine 600.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es gehe daher um viel mehr als um die Neubesetzung von Posten.

Personelle Konsequenzen, aber auch strukturelle Neuausrichtung

"Uns muss es jetzt an allen Stellen gelingen, schnell und rückhaltlos aufzuklären und die Konsequenzen aus den Fehlern der Vergangenheit zu ziehen", sagte der SPD-Politiker. Nur dadurch könne das verloren gegangene Vertrauen zurückgewonnen werden. Über die personellen Konsequenzen hinaus muss es nach Überzeugung des Wirtschaftsministers "erhebliche strukturelle Veränderungen" geben.

Lies betonte, der Aufsichtsrat erwarte in den Sitzungen erste Antworten auf die Frage, wer für die Manipulation verantwortlich ist. Und auch in dem geplanten Sonderausschuss mit seinen externen Beratern werde Aufklärung erfolgen, so der Minister.

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NDR Info | 25.09.2015 | 07:20 Uhr