Stand: 12.01.2016 06:30 Uhr

Innenminister plädiert für mehr Videoüberwachung

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Im Gespräch mit dem NDR sprach sich Pistorius für mehr Überwachung in Gefahrenbereichen aus.

Nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln ist der Ruf nach mehr Videoüberwachung, mehr Polizei und mehr Transparenz im Umgang mit Straftaten von Flüchtlingen lauter geworden. In Niedersachsen hat es nach Angaben von Innenminister Boris Pistorius (SPD) bislang nur einzelne sexuelle Übergriffe von Flüchtlingen auf Frauen gegeben. In der Debatte um Konsequenzen nach den Kölner Übergriffen, hat sich der Innenminister gegenüber dem NDR nun für eine Ausweitung der Videoüberwachung ausgesprochen.

"Polizeistärke in Niedersachsen ist derzeit völlig ausreichend"

Er sei absolut dafür, mehr öffentliche Plätze per Video überwachen zu lassen, um dadurch für mehr Sicherheit zu sorgen, sagte Pistorius NDR 1 Niedersachsen. Allerdings müsse das mit Augenmaß in Gefahrenbereichen geschehen, es dürfe nicht jede Bushaltestelle gefilmt werden. Eine Absage erteilte der SPD-Politiker der Forderung des SPD-Bundestagsfraktionschefs Thomas Oppermann nach mehr Polizisten in den Bundesländern. Er fühle sich davon nicht angesprochen, denn die Polizeistärke in Niedersachsen sei derzeit völlig ausreichend, so der Innenminister.

Pistorius versicherte, dass in Niedersachsen Straftaten von Flüchtlingen nicht unter den Tisch gekehrt werden. Die dazu seit vergangenem November extra erfassten Daten werde sein Ministerium auch veröffentlichen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.01.2016 | 06:00 Uhr